August Ströhmer

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Msgr Heinrich August Ströhmer (* 10. August 1882 in Burgsteinfurt[1], † 13. Februar 1971 in Ibbenbüren[2]) war ein deutscher Lehrer und Priester.

Biographie[Bearbeiten]

August Ströhmer wuchs als Sohn des Möbelgeschäftsinhabers August Friedrich Strömers und dessen Frau Anna Maria in Burgsteinfurt auf. Der Vater starb kurz nach dem Ersten Weltkrieg, woraufhin das Geschäft erfolglos von einem seiner Söhne übernommen wurde. August Ströhmer bestand sein Abitur am Gymnasium Arnoldium in Burgsteinfurt. 1904 beendete Ströhmer in Münster sein Studium der katholischen Theologie und wurde ein Jahr später zum Priester geweiht. 1905 bis 1916 unterrichtete er an verschiedenen Schulen "zunächst in Kempen, dann in Duisburg". Ab 1916 unterrichtete er als Studienrat in Gladbeck.

1924 sah sich Ströhmer mit Vorwürfen u.a. der sexuellen Nötigung konfrontiert und es hätte ein förmliches Disziplinarverfahren geben können. Ströhhmer wechselte allerdings 1925 auf die frei gewordene Rektoratsstelle in Ibbenbüren. [3]

1929 war er Vorsitzender der Zentrumspartei in Ibbenbüren[4].

Pogrom in Ibbenbüren[Bearbeiten]

in der anbrechenden Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam Rikas Gatte Meyer Rosenthal „im Halbdunkel“ zu August Ströhmer. Er flehte den Rektor „händeringend“ an, ihn zu verstecken.332 Er habe geweint und geklagt über „Drohungen“ und „Misshandlungen“ und um „Asyl“ gebeten. (Fußnote im Original: Ströhmer 1959, S. 18-19) Ströhmer zögerte nicht lange und ließ Rosenthal zunächst in seinen dunklen Hof bzw. Garten, dann in die Rektorenwohnung. (Fußnote im Original: Vgl. August Ströhmer, „Das alte Haus und die Juden in Ibbenbüren..“ In: „Ibbenbürener Volkszeitung“, 22.05.1962. Ströhmer schreibt „Hof.“ Vgl. auch Mitteilung M. Ströhmer, 26.11.2015: „Garten.“ Von einer „Zuflucht“ Rosenthals in seiner „Wohnung“ ist in Ströhmers Schreiben an den „Kreissonderhilfsausschuss“ in Tecklenburg vom 31.03.1949 die Rede. In: EA Ströhmer) Nach einer Viertelstunde traute er sich, seinen Schützling über Schleichwege auf einen großen Speicher des gegenüberliegenden ElisabethKrankenhauses zu verbringen. Dort harrte Meyer Rosenthal eine Nacht in einer dunklen Ecke aus.[5]

1940 wurde Ströhmer auf Betreiben des Amtsbürgermeisters Rudolf Müller zwangsemeritiert[6]. 1946 wurde er einem schriftlichen Entnazifizierungsverfahren unterzogen, 1948 wurde er als entlastet eingestuft und wieder als Lehrer zugelassen[7].

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Ortgies, Pädagoge mit Prinzipien - Rektor Strömer und die Nazis, tredition GmbH, Hamburg, 2018, 182 S.

Einzelverweise[Bearbeiten]

  1. Norbert Ortgies, Pädagoge mit Prinzipien - Rektor Strömer und die Nazis, tredition GmbH, Hamburg, 2018, S. 134
  2. Ibbenbürener Volkszeitung, Ausgabe vom 15. Februar 1971
  3. Norbert Ortgies, Pädagoge mit Prinzipien - Rektor Ströhmer und die Nazis, tredition GmbH, Hamburg, 2018, S.30
  4. Norbert Ortgies, Pädagoge mit Prinzipien - Rektor Strömer und die Nazis, tredition GmbH, Hamburg, 2018, S.40
  5. Norbert Ortgies, Pädagoge mit Prinzipien - Rektor Strömer und die Nazis, tredition GmbH, Hamburg, 2018, S.69
  6. Norbert Ortgies, Pädagoge mit Prinzipien - Rektor Ströhmer und die Nazis, tredition GmbH, Hamburg, 2018, S.85f.
  7. Norbert Ortgies, Pädagoge mit Prinzipien - Rektor Ströhmer und die Nazis, tredition GmbH, Hamburg, 2018, S.108