Bangla Desh

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Bangla Desh (auch Konsulat[1] und Hilfsorgansiation Bangla Desh[2]) war der Name eines Treffs in einem damals abbruchreifen Haus an der Kanalstraße 13 in Ibbenbüren zu Anfang der 1970er Jahre.

Konsul von Bangla Desh[Bearbeiten]

Im Bangla Desh trat irgendwann Anfang der 1970er Jahre ein Mann aus Berlin auf, der sich Konsul von Bangla Desh und Che nannte[1], mit richtigem Namen aber Hugo Günter Lachmund (* 1940 in Schmalkalden[2], † 2002 in Berlin[3]) hieß. Lachmund ließ sich in Wuppertal zum Bäcker ausbilden[3] und war als Kochmaat zur See gefahren[1]. Er hatte in Deutschland seinen Pass verloren, dieser tauchte allerdings in einer Jacke einer Person wieder auf, die in Berlin überfahren wurde und unkenntlich entstellt wurde. Daraufhin erklärte man Lachmund für tot, was dieser aber erst nach seiner Wiederankunft in Deutschland erfuhr[3].

Nun ging er nach Freiburg und machte dort angeblich einen Magisterabschluss in Germanistik, holte aber sein Zeugnis nie ab. In Berlin traf er auf Ibbenbürener Jugendliche, die ihn einluden "doch einmal nach Ibbenbüren zu kommen"[2]. Es sammelten sich mit der Zeit viele Jugendliche im Bangla Desh um ihn, da es an einem Treff in der Innenstadt für Jugendliche mangelte. Im Konsulat sollen während seiner Anwesenheit Haschisch und LSD verkauft worden sein[4].

Danach arbeitete er als Koch im besetzten Tommy-Weißbecker-Haus. Offenbar hat er in Berlin erzählt, er habe im Münsterland eine Hilfsorganisation für Bangla Desh gegründet[3].

Lachmund starb 2002, nachdem er den Anspruch auf Sozialhilfe verlor und infolgedessen ein lebenswichtiges Blutverdünnungsmittel nicht mehr beziehen konnte, völlig verarmt in Berlin auf einer Parkbank[3].

Kommune in Schierloh[Bearbeiten]

Anhänger des Konsulats bildeten nach dem Weggang Lachmunds in Schierloh eine Kommune, in der auch Drogen gehandelt und konsumiert worden sein sollen[4].

Straftaten[Bearbeiten]

Nach Gerüchten über das Konsulat und die Kommune kam es am 21. September 1972 zu Festnahmen und Durchsuchungen durch die Kriminalpolizei wegen des Verdachts des Drogenhandels und der Kuppelei[4]. Zu den Beschuldigten zählten vier Dealer und 20 Konsumenten[1]. Man fand in einer Sammelbüchse mit der Aufschrift Hilfe für Bangla Desh drei deutsche Pfennige und einen holländischen Cent[2]. Da im Bericht der IVZ auch die Rede von einem Spendenkonto war, stellte die Ibbenbürener Volksbank, bei der das Konto geführt wurde und die laut IVZ "nun in den Verdacht geraten könnte, sie habe Hash- und irgendwelche anderen Partys finanziert", klar, dass es sich bei von der IVZ zitierten "roten Zahlen" um genau 3,46 DM handelte[5].

Im Mai 1978 ereignete sich in Ibbenbüren ein Banküberfall. Der sofort gefasste Täter wird zum Kundenstamm des Bangla Desh gezählt[6].

Einzelverweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Brigitte Rieping-Seibold, Drogen-Geschäft im "Konsulat" florierte, in Ibbenbürener Volkszeitung vom 3. November 1972
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Brigitte Rieping-Seibold, Der "Konsul von Bangla Desh" - etwas außerhalb der Legalität in: IVZ vom 23. September 1972, http://archiv.ivz-aktuell.de/IVZ/1972/19720923/221_IVZ_1972-09-23_015-t001.jpg
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/unternehmen/geb-1940/322938.html
  4. 4,0 4,1 4,2 IVZ vom 7. Oktober 1972
  5. Nur 3,46 DM in der IVZ vom 26. September 1972, http://archiv.ivz-aktuell.de/IVZ/1972/19720926/223_IVZ_1972-09-26_011-t001.jpg
  6. IVZ, 17. Mai 1978, http://archiv.ivz-aktuell.de/IVZ/1978/19780517/106_IVZ_1978-05-17_011-t001.jpg