Max Schmidt

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Max Hans Peter[1] Schmidt (* 11. April 1920 in Steinfeld[2]; † 2002[3]) war ein deutscher SS-Oberscharführer (SS-Nummer: 365453[1]) im Konzentrationslager Auschwitz, der den Todesmarsch von Häftlingen aus dem Konzentrationslager Fürstengrube leitete.

Mitglied in SS-Gruppierungen[Bearbeiten]

Am 26. August 1941 wurde Schmidt SS-Sturmmann, am 01. Dezember 1941 SS-Rottenführer, am 01. Februar 1942 SS-Unterscharführer und er war von 06. bis zum 19. Juni 1944 SS-Oberscharführer[1].

Untertauchen im Bergwerk Ibbenbüren[Bearbeiten]

Jörg Wollenberg über Max Schmidt, der als Max Hinz in Ibbenbüren untertauchte[4]:

Er tauchte in einem Bergwerk von Ibbenbüren mit falschem Namen unter und wurde Gewerkschaftsmitglied. Nach jahrelanger Verschleppung kam es erst 1972 zur Eröffnung eines Verfahrens vor dem Landgericht in Kiel, das am 18. April 1973 außer Verfolgung gesetzt wurde.[5] [6]

Benjamin Jacobs über Max Schmidt[Bearbeiten]

Am 31. Juli 1997 ließ sich Benjamin Jacobs noch einmal von dem Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Boston zum Fall Schmidt vernehmen. Dabei wurde er mit dem Ansbacher Vernehmungsprotokoll von 1949 konfrontiert. Jacobs hatte dort ausgesagt: „Der Lagerführer Schmidt war sehr gut. Er war ein junger Mann. Ich habe ihn nicht schlagen sehen.“ Jacobs dazu am 31. Juli 1997: „Die Aussage ist wahr, deshalb war ich so darüber entsetzt, dass Schmidt, der mir als anständiger Mensch erschien, so eine Grausamkeit begehen konnte“. Auf die Frage, warum er in seiner Vernehmung von 1949 diesem Fall keine besondere Bedeutung beigemessen habe, erklärte Jacobs: „Ich stand damals sehr unter dem Eindruck meiner Freilassung. Die Erschießung eines einzelnen Häftlings durch Max Schmidt war damals (1949) für mich kein besonders berichtenswertes Ereignis.“ Auch die im Vernehmungsprotokoll von 1949 beschriebene Rettungsaktion der „Weißen Busse“ des Internationalen Rote Kreuzes von Ende April 1945 bestätigte Jacobs: „Schmidt nahm mich beiseite und wies auf den bevorstehenden Besuch von Graf Bernadotte hin, der ausschließlich Lagerinsassen westlicher Herkunft die Ausreise nach Schweden ermöglichen wollte; Schmidt empfahl mir, mich als Häftling westlicher Herkunft auszugeben, obwohl er wußte, dass ich polnischer Herkunft war.“[7]

Wikipedia über Max Schmidt[Bearbeiten]

Auf den Seiten der Wikipedia gibt es eine ausführliche Biographie zu Max Schmidt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fick, Birte Anika, Vom historischen Wert von Zeugenaussagen in NSG - Prozessen am Beispiel des SS - Oberscharführers Max Schmidt (Lagerführer Auschwitz-Fürstengrube), Examensarbeit an der Universität Kiel, 16.12.2002

Einzelverweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 http://pamiec.pl/pa/form/r82513835,SCHMIDT.html
  2. Geburtsdaten nach Ernst Klee: Auschwitz. Täter, Gehilfen und Opfer und was aus ihnen wurde. Ein Personenlexikon, Frankfurt am Main 2013, S. 359
  3. Sterbejahr nach: Jörg Wollenberg: Die andere Erinnerung und die Grenzen der Wahrheitsfindung: Spurensicherung hinter den Mauern des Vergessens. In: Heidrun Herzberg, Eva Kammler: Biographie und Gesellschaft: Überlegungen zu einer Theorie des modernen Selbst, Frankfurt am Main 2011, S. 201
  4. http://www-user.uni-bremen.de/~wolli/texte/auschw-ahrensb/auschwitz-nach-ahrensboek-01.htm
  5. Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Kiel gegen Max Schmidt u a. wegen des Verdachts der Teilnahme an NS-Gewaltverbrechen, 2Js 212/64.
  6. http://www.kz-kaltenkirchen.de/1/presse-aktuelles/unterseiten/2011/wollenberg.pdf
  7. Jörg Wollenberg, Spurensuche: Von Ahrensbök nach Auschwitz und zurück , http://www-user.uni-bremen.de/~wolli/texte/auschw-ahrensb/auschwitz-nach-ahrensboek-01.htm