Anton Scheidt

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Anton "Teddy" Scheidt (* 12. Oktober 1898[1] im Rheinland[2] oder Paderborn[3], † 10. Januar 1946 in Moosburg an der Isar[3]) war ein deutscher Maurer[4], Kriegsverbrecher und Mörder. Als Mitglied der SS (Mitgliedsnummer 64426[1]) wurde er am 20. April 1936[1] zum SS-Untersturmführer ernannt[5]. Er war während des 2. Weltkriegs Lagerkommandant im Konzentrationslager Plaszów, von Ende April bis Mitte Juni 1943[6] im Konzentrationslager Szebnie[7][8] und ab Herbst 1943 in einem Lager in Bovec[9]. Er war Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 186 872[1]).

Familie[Bearbeiten]

Über die Herkunft und die Familie Scheidts ist bislang wenig bekannt. Er war allerdings verheiratet[3] und hatte ein Kind[10].

Munsterlager[Bearbeiten]

Anfang der 1930er Jahre wurde das Munsterlager von einem Schmiedegesellen namens Anton Scheidt geleitet[11].

SS-Führer in Ibbenbüren[Bearbeiten]

Scheidt, der in Ibbenbüren oft nur als Teddy Scheidt bekannt war, gründete in Ibbenbüren zusammen mit dem Finanzbeamten Otto Ehlers die SS und war deren Führer[12]:

Im Juli 1932 wurde dann in Ibbenbüren die SS von den Pgg. Ehlers und Scheidt aufgezogen. Es waren zuerst 6 Männer, die den SS-Dienst versahen, bis dann im Januar 1933 der Trupp eine ungefähre Stärke von 20 Mann hatte. Ein sehr harter Dienst begann - der Trupp wuchs - die Ausbildung war gut. Es entstand der Trupp 6/1/II/19. Nunmehr wurden auch in Lengerich, Westerkappeln usw. durch den Truppführer Scheidt weitere SS-Scharen aufgezogen, so dass im August 1933 - 126 SS-Männer einschließlich Anwärter dem SS-Sturmbann in Münster gemeldet werden konnten.[13]

Scheidt organisierte am 9. und 10. November 1938 das Pogrom in Hopsten und entschied mit, die Synagoge in Ibbenbüren ausbrennen zu lassen[14].

Pogrom in Hopsten[Bearbeiten]

Am 9. November 1938 trat Anton Scheidt etwa gegen Mitternacht zusammen mit Kreisleiter Heinrich Knolle in der Wirtschaft Bernhards in Ibbbenbüren, Oberer Markt, auf und befahl den anwesenden 7-8 SA-Männern, sich zur Besprechung nach draußen zu begeben. Hermann Dillhoff sollte einen Bus besorgen. Schließlich bestellte aber Anton Scheidt selbst einen Autobus von Forsmann in Mettingen. Der Bus kam um 3 Uhr nachts, und die SA-Männer, SS-Männer und Zivilisten, bis zu 30 Personen, bestiegen den Bus. Unterwegs wurde vor Hopsten vor der Gastwirtschaft Kockmann gehalten, und der alte Herr Kockmann wurde von Scheidt gezwungen, die Häuser in Hopsten zu zeigen, in denen jüdische Einwohner lebten.[15] Joseph David belastete Hermann Dilhoff nach dem Krieg schwer.

Konzentrationslager Plaszów[Bearbeiten]

Frauen jüdischen Glaubens bei der Arbeit im KZ Plaszów
Im Dezember 1942 ließ die SS im Krakauer Stadtteil Plaszow (polnisch: Płaszów) eines von mehreren hundert Zwangsarbeitslagern im besetzten Polen errichten. In Plaszow waren anfangs Juden inhaftiert, später auch nichtjüdische Polen und einige Roma. Ab Januar 1944, etwa ein Jahr vor der Auflösung des Lagers, wurde Plaszow als eigenständiges Konzentrationslager geführt. [16]

Innerhalb des Konzentrationslagers Plaszów unterhielt Anton Scheidt, dessen Vorgesetzter hier wie auch später in Szebnie Amin Göth war, einen Betrieb für Ausführung von Straßenarbeiten und Steinbruchnutzung, obwohl er davon wenig Ahnung hatte und oft falsche Entscheidungen traf. Für derartige falsche Entscheidungen wurde allerdings nicht er, sondern der jüdische Ingenieur Zygmunt Grünberg von Göth bestraft[17].

In Schindlers Liste von Thomas Keneally wird Anton Scheidt als Scheidt portraitiert[18].

Widerstand in Plaszów[Bearbeiten]

Auf der Seite dachaukz.blogspot.com gibt es diese Begebenheit zu lesen:

Under the leadership of Victor Traubman a conspiratorial group was formed in the camp by inmates of the 'Zydoska Organizacja Bojowa' (Yidishe Kampf Organisatzije). Members were among others David Hertz, Berek Fisher, Jacob Palerer, Victor Reif, Joseph Immerglück, Monek Hecht, Josef Fuglewicz, Mundek Reich, Samuel Kempler, Adam Stab, Pesia Warszawska and Czesia Frimat. The trigger to form a cell was the forcible removal of Jews from Jewish Labour Camps to Skarzysko-Kamienna in November 1943. They wanted to be prepared in case of liquidation of their camp. Link to the outside world were the Polish caterers, that supplied the building materials and mostly belonged to the Underground. In the wagon itself they could smuggle goods into the camp, protected from searches by bribes of vodka and bacon. Inside the bridles of the horses the prisoners hid secret messages. According to these reports the situation in the camp reached the outside, including detailed plans of the camp. The group succeeded to steal two revolvers from the weapons depot in the camp and from SS man Scheidt two automatic pistols.

Unter der Führung von Victor Traubman wurde eine konspirative Gruppe von Insassen der "Zydoska Organizacja Bojowa" (Yidishe Kampf Organisatzije) im Lager gebildet. Mitglieder waren unter anderem David Hertz, Berek Fisher, Jacob Palerer, Victor Reif, Joseph Immerglück, Joseph Fuglewicz, Mundek Reich, Samuel Kempler, Adam Stab, Pesia Warszawska und Czesia Frimat. Auslöser für die Bildung einer Zelle war die gewaltsame Abschiebung von Juden aus den jüdischen Arbeitslagern nach Skarzysko-Kamienna im November 1943. Sie wollten sich auf die Auflösung ihres Lagers vorbereiten. Verbindung zur Außenwelt waren die polnischen Zulieferer, die Baumaterial lieferten und zum größten Teil dem Untergrund angehörten. Im Wagen selbst konnten sie Waren ins Lager schmuggeln, die vor einer Durchsuchung durch Bestechung durch Wodka und Speck geschützt wurden. In den Zügeln der Pferde versteckten die Gefangenen geheime Botschaften. Nach diesen Berichten wurde die Situation im Lager außerhalb bekannt, einschließlich detaillierter Pläne des Lagers. Der Gruppe gelang es, zwei Revolver aus dem Waffenlager im Lager und von SS-Mann Scheidt zwei automatische Pistolen zu stehlen.

Ermordung von Alexander Spanlang[Bearbeiten]

Alexander Spanlang war

der jüdische Fachleiter der Tischlerei- und Schreinereiwerkstatt. Bereits entkleidet auf dem Erschießungshügel stehend, sagte er gegenüber dem SS-Untersturmführer Anton Scheidt aus, er habe einige Reitpferde und eine große Anzahl von Wandfließen in der Nähe von Krakau versteckt. Darauf hin ließ Göth Spanlang solange leben, bis sie zu dem Bauern fahren konnten. Erst dann wurde der Name Spanlangs, vermutlich durch Göths Lebensgefährtin Ruth Kalder als letzter Name auf die Liste gesetzt. „Vermutlich wollte Göth durch diese Vorsichtsmaßnahme sicherstellen, dass Mietek Pemper Spanlang nicht noch warnte und er dann das Versteck seiner Reichtümer nicht preisgebe.“[19]

Nach Abholung der Reitpferde und der Wandfließen am nächsten Tag erschoss Anton Scheidt Alexander Spanlang[19].

Konzentrationslager Szebnie[Bearbeiten]

Mit Göth gelangte Scheidt von März bis Mai 1943[20] ins Konzentrationslager Szebnie. Dort galt er als Erfinder[21] der Mannschaftszüge[22].

Mannschaftszüge[Bearbeiten]

In den Steinbrüchen arbeiteten ausschließlich polische Frauen nichtjüdischen Glaubens tagsüber und Frauen jüdischen Glaubens nachts jeweils in 12-Stunden-Schichten. Als Mannschaftszüge wurde bezeichnet, dass jeweils 35 Frauen während einer Schicht 12 bis 15 Mal Wägelchen, auf denen bis zu 9000 KG schweres Gestein aufgeladen war, einen steilen Berg hochziehen mussten.

Es kam vor, dass Göth wahllos in so einen Mannschaftszug hineinschoss:

einige Frauen stürzen getroffen neben den Schienen zur Erde, ohne aufzublicken und ohne anzuhalten ziehen die anderen ihre Waggons weiter. [...] Die Arbeiterinnen schleppen sich zur Baracke, sinken auf ihre Pritschen, das Brot unter den Fetzen, die sie als Kopfpolster benutzen. Nur wenig später werden sie wieder aus dem Schlaf gerissen – antreten zum Strafappell! Stundenlang heißt es sinnlos in der Kälte stehen, die Füße beginnen anzuschwellen, wer sich hinsetzt, wird von den Kapos gnadenlos verprügelt. Dann endlich dürfen sie wieder in die Baracke, fallen in einen bleiernen Schlaf. [...] Rachel und die anderen Frauen im ‚Mannschaftszug’ sind körperlich und geistig am Ende ihrer Kräfte. Es gibt Augenblicke, [...] in denen sie nicht mehr verstehen, was man zu ihnen sagt; Wörter erreichen sie nicht mehr, gleiten an ihnen ab, sie fassen keine klaren Gedanken mehr; nur der Wunsch, ein Instinkt beherrscht sie: der Hunger. Selbst Todesangst empfinden sie nur mehr, wenn die Mündung der Pistole direkt auf sie gerichtet ist. Sie sind zu Automaten geworden, zu Werkzeugen die aufstehen, arbeiten, im Appellplatz antreten und ‚selektiert’ werden; immer hungrig und den Befehlen der Peiniger gehorchend.[23]

Orgien im Schloss Szebnie[Bearbeiten]

Im Schloss Szebnie fanden im 2. Weltkrieg Saufgelage von NS-Schergen statt. Bei solchen zwang Anton Scheidt einige junge Jüdinnen dazu sich nackt auszuziehen, dann jagt er sie mit der Peitsche um die Tische.[24]

Nachzulesen ist dies auch bei Johannes Sachslehner[25]:

Wie der 45-jährige Häftling Edward Elsner, der Stellvertreter des Lagerältesten, später über die Saufgelage der SS-Führer im Schloss von Szebnie zu berichten weiß, lässt SS-Hauptscharführer Josef Grzimek dabei immer das Lagerorchester aufspielen; angeblich reisen Göth und Scherner zu diesen fröhlichen „Festen“ mehrmals inoffiziell an. Die Gastgeber sparen dabei nicht mit spektakulären „Programmpunkten“: So lässt SS-Untersturmführer Anton Scheidt, der erste Kommandant des Lagers, ein Gefolgsmann Göths aus Płaszów, einige junge Jüdinnen kommen, befiehlt ihnen sich nackt auszuziehen und jagt sie dann mit der Peitsche um die Tische. Scheidt ist es auch, der die Idee hat, die hübscheste Jüdin aus dem Lager zu holen und diese dann vor den Augen aller zum Geschlechtsverkehr zu nötigen – ein Vorhaben, das jedoch von seinem Rivalen im Lager, SS-Oberscharführer Anton Pospiech, verhindert wird.

Entlassung in Szebnie[Bearbeiten]

Im Mai 1943 wurde Scheidt aus dem Arbeitslagers in Szebnie entlassen, nachdem er sich auf Partys betrunken und Konflikte mit anderen Offizieren hatte. Er lebte mit seiner Frau und seinem Kind in der Pańska-Straße im Lager.[10]

Tod[Bearbeiten]

Grabtafel Anton Scheidts. (Foto (mit freundlicher Genehmigung): Karl Bauer)
Hermann Dillhoff gab bei einer Befragung durch die Polizei am 29. November 1949 zu Protokoll, Scheidt sei nach dem Krieg von Engländern in ein Lager verbracht worden, wo er gestorben sein soll[26]. Hierbei handelte es sich um das durch das US-Militär geführte Internierungslager Moosburg, in dem Scheidt am 10. Januar 1946 an Darmverschluss nach einer Gastroenteritis verstarb. Er wurde in einem Reihengrab beerdigt.[3]

Zitat zu Anton Scheidt[Bearbeiten]

Zitat aus Jacov Joshua Herzigs The Wrecked Life: The War Story of a Physician[27]:

Scheidt and Grzimek are beasts in human bodies," he said; and after a moment added, "But actually which of our local German torturers isn't?"

Scheidt und Grzimek sind Bestien in menschlichen Körpern," sagte er; und fügte nach einem Moment hinzu, "aber eigentlich: Wer von unseren Folterern ist das nicht?"

Josef Grzimek[28] war SS-Unterscharführer und ebenfalls Lagerkommandant in Szebnie[7].

Literatur[Bearbeiten]

Einzelverweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 http://www.dws-xip.pl/reich/biografie/numery/numer64.html
  2. Johannes Sachslehner, Der Tod ist ein Meister aus Wien; Wien-Graz-Klagenfurt 2008, S. 251; auch als Taschenbuch Der Henker: Leben und Taten des Amon Leopold Göth
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 http://www.bauerka.de/stalag/fenster/12-05-0028.htm
  4. Ben A. Soifer, Between Life and Death: History of Jewish Life in Wartime Poland 1939-1944, Janus Publishing Company, 1995, S. 102
  5. Mieczysław Pemper, Viktoria Hertling, Marie Elisabeth Müller, Der rettende Weg: Schindlers Liste, die wahre Geschichte, Hoffmann und Campe, 2005, S. 169
  6. Rocznik przemyski, Band 13, Towarzystwo Przyjaciół Nauk w Przemyślu, 1970, S. 255
  7. 7,0 7,1 Dieter Pohl, Die großen Zwangsarbeitslager der SS- und Polizeiführer für Juden im Generalgouvernement 1942-1945 in: Herbert, Ulrich, Katrin Orth, Christoph Diekmann (Hrsg.), Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Entwicklung und Struktur, Band I, Wallstein, 1998, S. 420
  8. http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-lager-1/1933-1945-lager-s/szebnie.html
  9. Goriški letnik: zbornik Goriškega muzeja, Muzej, 1975, S. 211
  10. 10,0 10,1 https://dobroni.pl/n/kl-plaszow-sylwetki/5791
  11. Dirk Stegmann, Politische Radikalisierung in der Provinz: Lageberichte und Stärkemeldungen der Politischen Polizei und der Regierungspräsidenten für Osthannover 1922-1933, Band 35, Teil 16, S. 376
  12. Lars Boesenberg, Jürgen Düttmann, Norbert Ortgies, Machtsicherung, Ausgrenzung, Verfolgung: Nationalsozialismus und Judenverfolgung in Ibbenbüren, mit einem Beitrag von Marlene Klatt und Rita Schlautmann-Overmeyer, Historischer Verein Ibbenbüren, S. 11
  13. Festschrift zum Kreistreffen der NSDAP des Kreises Tecklenburg am 26. April 1936 in Ibbenbüren, Druck: Bernhard Scholten, Ibbenbüren; Ibbenbüren 1936, S. 17
  14. Lars Boesenberg, Jürgen Düttmann, Norbert Ortgies, Machtsicherung, Ausgrenzung, Verfolgung: Nationalsozialismus und Judenverfolgung in Ibbenbüren, mit einem Beitrag von Marlene Klatt und Rita Schlautmann-Overmeyer, Historischer Verein Ibbenbüren, S. 165
  15. Akte des Staatsarchivs Münster (StAM) Staatsanwaltschaft MS Nr. 94, Strafsache gegen Dillhoff wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  16. http://www.memorialmuseums.org/denkmaeler/view/81/Denkmal-f%C3%BCr-die-Opfer-des-Konzentrationslagers-Plaszow
  17. Benz, Wolfgang, Barbara Distel (Hg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 8, C.H.Beck, 2008, S. 246
  18. Thomas Keneally: Schindler's Ark, Hodder and Stoughton, 1982; deutsch: Schindlers Liste, Bertelsmann, 1983
  19. 19,0 19,1 http://www.mietek-pemper.de/wiki/Plaszow_als_Zwangsarbeiterlager
  20. Stanisław Cynarski, Józef Garbacik, Jaslo oskarża: Zbrodnie hitlerowskie w regionie jasielskim, 1939-1945, Książka i Wiedza, 1973
  21. http://en.wikipedia.org/wiki/Szebnie_concentration_camp
  22. David Crowe, Oskar Schindler: The Untold Account of His Life, Wartime Activities, and the True Story Behind the List, Basic Books, S. 354
  23. Johannes Sachslehner, Der Tod ist ein Meister aus Wien; Wien-Graz-Klagenfurt 2008, S. 283; auch als Taschenbuch Der Henker: Leben und Taten des Amon Leopold Göth
  24. http://www.mietek-pemper.de/wiki/Kapitel_9_-_Unberechenbarkeit_G%C3%B6ths
  25. Johannes Sachslehner, Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth, Styria, S. 163; auch als Taschenbuch Der Henker: Leben und Taten des Amon Leopold Göth
  26. Lars Boesenberg, Jürgen Düttmann, Norbert Ortgies, Machtsicherung, Ausgrenzung, Verfolgung: Nationalsozialismus und Judenverfolgung in Ibbenbüren, mit einem Beitrag von Marlene Klatt und Rita Schlautmann-Overmeyer, Historischer Verein Ibbenbüren, S. 89
  27. Jacov Joshua Herzig, The Wrecked Life: "The War Story of a Physician, Vantage Press, 1963, S. 49
  28. Aus dem polnischen Text der Wikipedia zu Grzimek:
    Josef Grzimek (geb. am 10. November 1905, gestorben am 18. Februar 1950) - NS-Mörder, SS-Hauptscharführer, Befehlshaber mehrerer NS-Arbeitslager auf dem Territorium des besetzten Polen.
    Er wurde in Głogówko (Oberglogau) geboren. Er nahm an der Operation Tannenberg teil. Von März bis Dezember 1942 war er Kommandant des jüdischen Arbeitslagers Judenlager in Jaktorów. Dann übernahm er dieselbe Funktion in den Lagern in Rawa Ruska (von Dezember 1942 bis Mitte März 1943), in Lemberg (von März bis Juli 1943), in Złoczów (Juli 1943) und in Bolechowie (August 1943). Vom 1. Dezember 1943 bis August 1944 war Grzimek der Kommandeur der ukrainischen Uhrenfirma im Lager Szebnie. Er nahm an Massenexekutionen hier im Wald in Dobrucowa teil, bei denen etwa 1.600 Menschen durch Schüsse getötet wurden. Grzimek leitete auch die Aktion der Verbrennung der Körper von Opfern auf speziellen Gittern aus Eisenbahnschienen.
    Nach dem Krieg wurde er von einem polnischen Gericht in Warschau wegen seiner Verbrechen vor Gericht gestellt und am 29. Januar 1949 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 18. Februar 1950 durch Erhängen vollstreckt.