August Terbrüggen: Unterschied zwischen den Versionen

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<blockquote><cite>Das Realgymnasium in Osnabrück besuchte Terbrüggen in Osnabrück. 1919 meldete er sich als Zeitfreiwilliger zum Freikorps des Otto Lichtschlag, das sich an der Niederschlagung des kommunistischen Aufstands im Ruhrgebiet beteiligte. Die Reifeprüfung legte er erst 1921 ab und studierte dann Medizin in Tübingen, Jena, Kiel, Wien und Münster, gleichzeitig auch Zoologie und Vergleichende Histologie. Das medizinische Staatsexamen legte er 1926 ab und promovierte 1927 mit einer Dissertation über Zysten und zystenartige Gebilde im Nasenrachenraum an der Universität Münster zum Dr. med. Nach verschiedenen Praktika erhielt er 1928 eine Stelle als Assistenzarzt am Diakonissenkrankenhaus in Mannheim. Im Oktober 1928 wechselte er als planmäßiger Assistent zum Anatomischen Institut der Universität Münster. 1931 trat er die Stelle als Oberassistent am Pathologischen Institut der Universität Greifswald an. Hier habilitierte er sich 1933 mit der Schrift "Cytologische Untersuchungen zur Frage der Nierenfunktion unter normalen und abgeänderten Verhältnissen" für Allgemeine Pathologie und Spezielle Pathologische Anatomie. Seine Antrittsvorlesung hielt er über die "pathologische Anatomie der Mephropathien und Nephrosen". 1939 wurde er außerplanmäßiger Professor und noch im selben Jahr zum Kriegsdienst eingezogen.</cite></blockquote>
 
<blockquote><cite>Das Realgymnasium in Osnabrück besuchte Terbrüggen in Osnabrück. 1919 meldete er sich als Zeitfreiwilliger zum Freikorps des Otto Lichtschlag, das sich an der Niederschlagung des kommunistischen Aufstands im Ruhrgebiet beteiligte. Die Reifeprüfung legte er erst 1921 ab und studierte dann Medizin in Tübingen, Jena, Kiel, Wien und Münster, gleichzeitig auch Zoologie und Vergleichende Histologie. Das medizinische Staatsexamen legte er 1926 ab und promovierte 1927 mit einer Dissertation über Zysten und zystenartige Gebilde im Nasenrachenraum an der Universität Münster zum Dr. med. Nach verschiedenen Praktika erhielt er 1928 eine Stelle als Assistenzarzt am Diakonissenkrankenhaus in Mannheim. Im Oktober 1928 wechselte er als planmäßiger Assistent zum Anatomischen Institut der Universität Münster. 1931 trat er die Stelle als Oberassistent am Pathologischen Institut der Universität Greifswald an. Hier habilitierte er sich 1933 mit der Schrift "Cytologische Untersuchungen zur Frage der Nierenfunktion unter normalen und abgeänderten Verhältnissen" für Allgemeine Pathologie und Spezielle Pathologische Anatomie. Seine Antrittsvorlesung hielt er über die "pathologische Anatomie der Mephropathien und Nephrosen". 1939 wurde er außerplanmäßiger Professor und noch im selben Jahr zum Kriegsdienst eingezogen.</cite></blockquote>
  
Ab August 1941 leitete er das Pathologische Institut der Albertus Universität zu Königsberg<ref>Jahrbuch der Albertus-Universität zu Königsberg, Dikreiter Verlagsanstalt, 1971, Band 21, S. 44</ref>. Im selben Jahr wurde er zum ordentlichen Professor für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie der Medizinischen Akademie Danzig ernannt, die von [[Heinrich Klose]] mitgegründet wurde. Es gelang Terbrügge im März 1945 Danzig zu verlassen. Ab Juli 1945 arbeitete er als Allgemeinmediziner in Ladbergen. 1948 wurde er Leiter des neu gegründeten Instituts für Pathologie des Städtischen Krankenhauses in Bielefeld<ref>https://journals.viamedica.pl/gazeta_amg/article/download/54372/40982</ref>. 1961 wurde er von der Universität Münster zum Professor emeritus ernannt<ref name="eberle" />.
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Ab August 1941 leitete er das Pathologische Institut der Albertus Universität zu Königsberg<ref>Jahrbuch der Albertus-Universität zu Königsberg, Dikreiter Verlagsanstalt, 1971, Band 21, S. 44</ref>. Im selben Jahr wurde er zum ordentlichen Professor für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie der Medizinischen Akademie Danzig ernannt, die von [[Heinrich Klose]] mitgegründet wurde. Es gelang Terbrügge im März 1945 Danzig zu verlassen. Ab Juli 1945 arbeitete er als Allgemeinmediziner in Ladbergen. 1948 wurde er Leiter des neu gegründeten Instituts für Pathologie des Städtischen Krankenhauses in Bielefeld<ref name="viamedica">https://journals.viamedica.pl/gazeta_amg/article/download/54372/40982</ref>. 1961 wurde er von der Universität Münster zum Professor emeritus ernannt<ref name="eberle" />. Er starb 1966 an einem Herzinfarkt während der Arbeit<ref name="viamedica" />.
  
 
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Version vom 16. November 2018, 15:33 Uhr

Prof. Dr. August Terbrüggen (* 9. Mai 1902 in Ibbenbüren, † 7. Juli 1966 in Bielefeld[1]) war ein deutscher Pathologe und Universitätslehrer. Er war seit dem 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer: 2.147.368) und wurde im Juli 1937 Mitglied der SA.[2]

Leben

August Terbrüggen wurde als Sohn eines evangelischen Konrektors in Ibbenbüren geboren.

Henrik Eberle schreibt[1]:

Das Realgymnasium in Osnabrück besuchte Terbrüggen in Osnabrück. 1919 meldete er sich als Zeitfreiwilliger zum Freikorps des Otto Lichtschlag, das sich an der Niederschlagung des kommunistischen Aufstands im Ruhrgebiet beteiligte. Die Reifeprüfung legte er erst 1921 ab und studierte dann Medizin in Tübingen, Jena, Kiel, Wien und Münster, gleichzeitig auch Zoologie und Vergleichende Histologie. Das medizinische Staatsexamen legte er 1926 ab und promovierte 1927 mit einer Dissertation über Zysten und zystenartige Gebilde im Nasenrachenraum an der Universität Münster zum Dr. med. Nach verschiedenen Praktika erhielt er 1928 eine Stelle als Assistenzarzt am Diakonissenkrankenhaus in Mannheim. Im Oktober 1928 wechselte er als planmäßiger Assistent zum Anatomischen Institut der Universität Münster. 1931 trat er die Stelle als Oberassistent am Pathologischen Institut der Universität Greifswald an. Hier habilitierte er sich 1933 mit der Schrift "Cytologische Untersuchungen zur Frage der Nierenfunktion unter normalen und abgeänderten Verhältnissen" für Allgemeine Pathologie und Spezielle Pathologische Anatomie. Seine Antrittsvorlesung hielt er über die "pathologische Anatomie der Mephropathien und Nephrosen". 1939 wurde er außerplanmäßiger Professor und noch im selben Jahr zum Kriegsdienst eingezogen.

Ab August 1941 leitete er das Pathologische Institut der Albertus Universität zu Königsberg[3]. Im selben Jahr wurde er zum ordentlichen Professor für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie der Medizinischen Akademie Danzig ernannt, die von Heinrich Klose mitgegründet wurde. Es gelang Terbrügge im März 1945 Danzig zu verlassen. Ab Juli 1945 arbeitete er als Allgemeinmediziner in Ladbergen. 1948 wurde er Leiter des neu gegründeten Instituts für Pathologie des Städtischen Krankenhauses in Bielefeld[4]. 1961 wurde er von der Universität Münster zum Professor emeritus ernannt[1]. Er starb 1966 an einem Herzinfarkt während der Arbeit[4].

Zitat

Aus dem Sitzungsbericht von August Terbrügge zum Vortrag von Heinrich Kümmel vor dem Medizinischen Verein Greifswald über "Anatomische Untersuchungen über die feinere Innervation der Iris und des Ciliarkörpers beim Menschen":

Am Auge eines Hingerichteten, dessen Gewebe unmittelbar nach der Dekapitation von der Carotis her blutleer gespült und mit Formalin fixiert wurde, konnte der Vortr[agende] mit der Silberimprägnationsmethode […] die terminale Innervation des Akkommodationsapparates zur Darstellung bringen.[5]

Literatur

  • Terbrüggen, August, Die Bedeutung der Zelltypen des menschlichen Inselapparats für Inselfunktion und Diabetes Mellitus, in: Klin Wochenschr (1947) 24: 434. https://doi.org/10.1007/BF01728210, s. https://link.springer.com/article/10.1007/BF01728210
  • Terbrüggen, August, Der Degenerationsbegriff in der Pathologie und MedizinÄÄ, Ärztl. Forsch. 4, Zentralblatt für die Gesamte Neurologie und Psychiatrie, Bände 117-118, 1952
  • Loeschcke, Hermann; Terbrüggen, August; 100 Jahre medizinische Forschung in Greifswald. Festschrift zur Feier des 75jährigen Bestehens des Medizinischen Vereins. Greifswald: Universitätsverl. Ratsbuchhandl. L. Bamberg; 1938,

Einzelverweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Eberle, Henrik; "Ein wertvolles Instrument": Die Universität Greifswald im Nationalsozialismus, Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien, S. 744
  2. Quellenangabe bei Henrik Eberle(s.o.): UAG PA 594 Terbrüggen; BA R 490/13278 Karteikarte Terbrüggen; Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Pathologie
  3. Jahrbuch der Albertus-Universität zu Königsberg, Dikreiter Verlagsanstalt, 1971, Band 21, S. 44
  4. 4,0 4,1 https://journals.viamedica.pl/gazeta_amg/article/download/54372/40982
  5. S. Töpel, F- Trost; Vom Auge eines Hingerichteten, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart, https://thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0033-1351056?locale=en&LgSwitch=1&lang=de#R1202-3