Alfons Meyer
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Alfons Meyer (geboren am 30. Januar 1909 in Ibbenbüren, gestorben am 15. Juni 1993 in Ibbenbüren[1]) war ein deutscher Bäckermeister. Er war Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer: 4799489)[2] und des NSKK, bei dem er Rottenführer war.[3] In Ibbenbüren besaß er die Bäckerei Alfons Meyer GmbH & Co. KG, die u.a. das Café Meyer betrieb. Er war Gesellschafter und Mitglied des Aufsichtsrates der Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH, Verlag der Ibbenbürener Volkszeitung und IVR Reisebüro.[4] Er wurde zum Ehrenvorsitzenden der Bürgerschützengesellschaft von 1546 zu Ibbenbüren gewählt.[5]
Alfons Meyer kam am 30. Januar 1909 als Sohn des Bäckermeisters Eduard Meyer (geboren ~ 1872, gestorben am 24. August 1943 in Ibbenbüren)[6] und dessen Frau Helene (geboren als Helene Middelhoff)[6] in Ibbenbüren zur Welt. Er besuchte die Volksschule in Ibbenbüren von 1915 bis 1918. Anschließend besuchte er Gymnasien in Ibbenbüren und Rheine und erwarb das Reifezeugnis für die Obersekunda. Von 1924 bis 1925 besuchte er die Handelsschule in Osnabrück. 1928 bestand er die Bäckergesellenprüfung in Ibbenbüren, 1933 die Bäckermeisterprüfung in Münster und 1938 die Konditormeisterprüfung in Osnabrück.[3] Er war mit Tiny Holthaus verheiratet.[6]
1934 trat der der NSKK und dem NS-Reichsbund für Leibesübungen bei. AM 1. Mai 1937 wurde er Mitglied der NSDAP. Als fünfter Sohn seines Vaters wurde er nicht zum Kriegseinsatz eingezogen. 1945 übernahm er nach dem Tod seines Vaters dessen Firma.[3]
Nach dem Krieg engagierte er sich bei der Wiedergründung des Turnverein Ibbenbüren[7] und war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ibbenbüren[8]. Er war Mitglied und 22 Jahre lang[5] erster Vorsitzender[9] der Bürgerschützengesellschaft von 1546 zu Ibbenbüren und wurde 1953 erster Schützenkönig der Bürgerschützen. Der damalige Schützenoberst war Günther Lehrter. Am 11. April 1956 wurde er zum Obermeister der Bäcker-Innung gewählt und übte dieses Amt mehr als 20 Jahre aus.[10] Für die CDU Ibbenbüren kandidierte er 1964 für den Stadtrat Ibbenbürens.[11]
Leserbrief von Alfons Meyer zur geplanten Umbenennung der städtischen Realschule in Anne-Frank-Realschule
Bearbeiten Quelltext bearbeitenAuf Wunsch einiger Lehrpersonen und Eltern soll nun die Städtische Realschule von Ibbenbüren in Anne-Frank-Realschule umbenannt werden. Wir alle haben echte Anteilnahme am traurigen Los dieses jüdischen Mädchens aus Amsterdam, welches dann zuletzt noch den Tod in einem Konzentrationslager fand. Muß dann noch nach 40 Jahren diese Greueltat mit dieser Schul-Umbennenung so (viel zu spät) in der Schulgeschichte von Ibbenbüren dokumentiert werden? Dann müßte man wohl auch noch viel deutlicher daran erinnern, daß Millionen von Soldaten und Zivilisten einen sinnlosen Tod erlitten haben.[12]
Antwort von Hansjörg Schnepper auf den Leserbrief
Bearbeiten Quelltext bearbeitenSie wenden sich gegen den Zeitpunkt, weil nach 40 Jahren die Greuektaten an den Juden nicht mehr dokumentiert werden müßten, Sie also - so ich interpretiere ich Ihre Zeilen - die Auffassung vetreten, nach 40 Jahren müsse endlich Schluß sein mit der Erinnerung an Auschwitz, Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau, Maidanek, Ravensbrück, Sachsenhausen, Stutthof, Theresienstadt, Treblinka usw.; man müsse eher "noch deutlicher" an die sinnlosen Opfer von Soldaten und Zivilisten erinnern.
Ich meine, daß an beide Fakten immer und wieder und gleichzeitig erinnert werden muß, auch noch in hundert Jahren und darüber hinaus. Den nachfolgenden Generationen muß immer wieder vor Augen geführt werden, wozu Menschen im zweiten Weltkrieg und währen der Nazi-Diktatur fähig waren.
Insofern gratuliere ich dem Nobelpreiskomitee, Ellie Wiesel den diesjährigen Friedens-Nobelpreis zuerkannt zu haben. Wiesel hat versucht, die Menschheit davor zu bewahren, die Verbrechen der Judenverfolgung zu vergessen. (...) Vor diesem Vergessen muß auch die - späte, aber sicherlich nicht zu späte - Umbenennung der Realschule in "Anne-Frank-Schule" uns bewahren.[13]
Aus der Ibbenbürener Volkszeitung:
(...) ein Mann, der immer mutig und gradlinig seinem christlichen Weltbild und seiner liberalen politischen Überzeugung treu blieb, tolerant gegen andere, aber selbst unbestechlich und mit eigener Meinung, mit der er auch nicht hinter dem Berg hielt.[14]
Seine immer wieder bekundete Heimatverbundenheit entsprach dem Anliegen unserer Zeitung.[4]
Einzelverweise
Bearbeiten Quelltext bearbeiten- ↑ Todesanzeige zu Alfons Meyer in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 16. Juni 1993
- ↑ Mitgliedsausweis der NSDAP zu Alfons Meyer; online: https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche?freebie=be918dd0#mfok-o0009-2959
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Entnazifizierungsakte zu Alfons Meyer, s. https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/AT6VQODIUFD7JWBCZSJJ4PKLOQPQGLJI?isThumbnailFiltered=true&query=alfons+meyer&rows=20&offset=0&viewType=list&hitNumber=1
- ↑ 4,0 4,1 Todesanzeige von Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Mitarbeiter der Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH, Verlag der Ibbenbürener Volkszeitung und IVR Reisebüro zu Alfons Meyer in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 16. Juni 1993
- ↑ 5,0 5,1 Aloys Veismann, Nach 22 Jahren Wachablösung in der Bürgerschützenfamilie in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 28. April 1980
- ↑ 6,0 6,1 6,2 Todesanzeige zu Eduard Meyer in der Ausgabe der Westfälischen Tageszeitung vom 26. August 1943
- ↑ Artikel Alfons Meyer † in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 16. Juni 1993
- ↑ s. Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 19. Juni 1993
- ↑ Artikel Der neue Bürgerschützenkönig zählt erst 24 Lenze in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 21. August 1972
- ↑ Artikel Alfons Meyer wird 65 in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 30. Januar 1974
- ↑ Kandidatenliste für den Stadtrat in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 1. September 1964
- ↑ Alfons Meyer, Offener Brief an den Ibbenbürener Bürgermeister in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 13. Oktober 1986
- ↑ Hansjörg Schnepper, Offener Brief an Alfons Meyer in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 17. Oktober 1986
- ↑ Artikel Alfons Meyer † in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 16. Juni 1993