Anton Scheidt

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Theodor "Teddy" Anton Scheidt[1], auch Teddy Scheidt, (geboren am 12. Oktober 1898[2] in Heimbach[3], gestorben am 10. Januar 1946 in Moosburg an der Isar[4]) war ein deutscher Bautechniker[5], Maurer[6], Kriegsverbrecher und Mörder. Als Mitglied der SS (Mitgliedsnummer 64426[2]) wurde er am 20. April 1936[2] zum SS-Untersturmführer ernannt[7]. Er war Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 186 872[2]). Scheidt war mitverantwortlich für die Novemberprogrome 1938 in Ibbenbüren und Hopsten.

Während des Zweiten Weltkriegs war Scheidt von Ende April bis Mitte Juni 1943[8] Lagerkommandant im Konzentrationslager Szebnie[9][10]. Anschließend war er Mitglied des SS-Karstwehr-Batallions und führte am 9. September 1943 eine SS-Kompanie an, die das Bergwerk Raibl besetzte. Danach wurde Scheidt Lagerkommandant im Konzentrationslager Plaszów.

Leben[Bearbeiten]

Geburtsanzeige der Tochter von Berta und Theodor Anton Scheidt in der Ibbenbürener Volkszeitung vom 30. Juli 1941

Theodor Anton Scheidt wurde am 12. Oktober 1898 als Sohn von Robert (geboren 1876, gestorben am 15. Januar 1933 in Hergarten)[11] und Anna Scheidt (geboren als Anna Dohmen 1880 in Heimbach, Todesdatum unbekannt)[12] in Heimbach geboren. Er war der Bruder von Sophia Scheidt (geboren am 29. Oktober 1902 in Heimbach, gestorben 1981 in Düsseldorf)[13], Karl Joseph Scheidt (geboren am 19. Dezember 1904 in Heimbach, gestorben am 5. Januar 1945 in Magdeburg)[14] und Johan "Scheng" Scheidt (gestorben 1978 in Heimbach)[15]. Er hatte ein weiteres Geschwisterkind. Er war mit der Lehrerin Berta Scheidt (geborene Engel)[16] verheiratet[17][4] und hatte eine Tochter[17][18] namens Sieglinde (geboren 1941 in Osnabrück)[16][17]. Die Meldeadresse von Anton Scheidt in Ibbenbüren war vom 19. Januar 1932 bis zum 25. November 1947 Große Straße 30.[5] Nach Angaben eines Polizeiberichtes lebte die Ehefrau nach dem Krieg in der Sporkstraße 4 in Paderborn und arbeitete als Lehrerin.[19]

Munsterlager[Bearbeiten]

Anfang der 1930er Jahre wurde das Munsterlager von einem Schmiedegesellen namens Anton Scheidt geleitet[20].

SS-Führer in Ibbenbüren[Bearbeiten]

Scheidt, der in Ibbenbüren oft nur als Teddy Scheidt bekannt war, gründete in Ibbenbüren zusammen mit dem Finanzbeamten Otto Ehlers die SS und war deren Führer[21]:

Im Juli 1932 wurde dann in Ibbenbüren die SS von den Pgg. Ehlers und Scheidt aufgezogen. Es waren zuerst 6 Männer, die den SS-Dienst versahen, bis dann im Januar 1933 der Trupp eine ungefähre Stärke von 20 Mann hatte. Ein sehr harter Dienst begann - der Trupp wuchs - die Ausbildung war gut. Es entstand der Trupp 6/1/II/19. Nunmehr wurden auch in Lengerich, Westerkappeln usw. durch den Truppführer Scheidt weitere SS-Scharen aufgezogen, so dass im August 1933 - 126 SS-Männer einschließlich Anwärter dem SS-Sturmbann in Münster gemeldet werden konnten.[22]

Stadtrat in Ibbenbüren[Bearbeiten]

Am 31. Oktober 1935 wurde Scheidt gemeinsam mit Reinhold Flecks, Alfred Fieg, Bernhard Dreyer, Johannes Bendiek, Willy Haarmeyer, W. Elsner, Wilhelm Bäumer, Hugo Deiters, August Rählmann und Werner Pelken in den Rat der Stadt Ibbenbüren gewählt.[23]

Organisator der Progrome in Hopsten und Ibbenbüren[Bearbeiten]

Scheidt organisierte am 9. und 10. November 1938 das Pogrom in Hopsten, zählt zu den Organisatoren des Progroms in Ibbenbüren und entschied mit, die Synagoge in Ibbenbüren ausbrennen zu lassen[24].

Pogrom in Hopsten[Bearbeiten]

Am 9. November 1938 trat Theodor Anton Scheidt etwa gegen Mitternacht zusammen mit Kreisleiter Heinrich Knolle in der Wirtschaft Bernhards in Ibbenbüren, Oberer Markt, auf und befahl den anwesenden 7-8 SA-Männern, sich zur Besprechung nach draußen zu begeben. Hermann Dillhoff sollte einen Bus besorgen. Schließlich bestellte aber Scheidt selbst einen Autobus von Forsmann in Mettingen. Der Bus kam um 3 Uhr nachts, und die SA-Männer, SS-Männer und Zivilisten, bis zu 30 Personen, bestiegen den Bus. Unterwegs wurde vor Hopsten vor der Gastwirtschaft Kockmann gehalten, und der alte Herr Kockmann wurde von Scheidt gezwungen, die Häuser in Hopsten zu zeigen, in denen jüdische Einwohner lebten.[25] Der Zeuge Joseph David belastete Hermann Dilhoff nach dem Krieg schwer.

Konzentrationslager Szebnie[Bearbeiten]

Von März bis Mai 1943[26] war Scheidt Kommandant in Konzentrationslager Szebnie[18]. Dort galt er als Erfinder[27] der Mannschaftszüge[28]. Scheidts Frau und Tochter lebten ebenfalls im Konzentrationslager Szebenie. Sie wohnten in der Pańska-Straße im Lager.[18] Seine Frau soll geholfen haben, die Gefangenen zur persönlichen Bereicherung zu bestehlen.[17]

Mannschaftszüge[Bearbeiten]

In den Steinbrüchen arbeiteten ausschließlich polnische Frauen nichtjüdischen Glaubens tagsüber und Frauen jüdischen Glaubens nachts jeweils in 12-Stunden-Schichten. Als Mannschaftszüge wurde bezeichnet, dass jeweils 35 Frauen während einer Schicht 12 bis 15 Mal Wägelchen, auf denen bis zu 9000 KG schweres Gestein aufgeladen war, einen steilen Berg hochziehen mussten.

Es kam vor, dass Göth wahllos in so einen Mannschaftszug hineinschoss:

einige Frauen stürzen getroffen neben den Schienen zur Erde, ohne aufzublicken und ohne anzuhalten ziehen die anderen ihre Waggons weiter. [...] Die Arbeiterinnen schleppen sich zur Baracke, sinken auf ihre Pritschen, das Brot unter den Fetzen, die sie als Kopfpolster benutzen. Nur wenig später werden sie wieder aus dem Schlaf gerissen – antreten zum Strafappell! Stundenlang heißt es sinnlos in der Kälte stehen, die Füße beginnen anzuschwellen, wer sich hinsetzt, wird von den Kapos gnadenlos verprügelt. Dann endlich dürfen sie wieder in die Baracke, fallen in einen bleiernen Schlaf. [...] Rachel und die anderen Frauen im ‚Mannschaftszug’ sind körperlich und geistig am Ende ihrer Kräfte. Es gibt Augenblicke, [...] in denen sie nicht mehr verstehen, was man zu ihnen sagt; Wörter erreichen sie nicht mehr, gleiten an ihnen ab, sie fassen keine klaren Gedanken mehr; nur der Wunsch, ein Instinkt beherrscht sie: der Hunger. Selbst Todesangst empfinden sie nur mehr, wenn die Mündung der Pistole direkt auf sie gerichtet ist. Sie sind zu Automaten geworden, zu Werkzeugen die aufstehen, arbeiten, im Appellplatz antreten und ‚selektiert’ werden; immer hungrig und den Befehlen der Peiniger gehorchend.[29]

Orgien im Schloss Szebnie[Bearbeiten]

Im Schloss Szebnie fanden im 2. Weltkrieg Saufgelage von NS-Schergen statt, oft mehrmals in der Woche[30]. Scheidt war

dafür bekannt, in der von ihm bewohnten Residenz, dem Gorayski-Palast, rauschende Feste zu organisieren, die allgemein als „scheidtówki“ bekannt sind. An ihnen nahmen deutsche Beamte und Offiziere teil, darunter auch Julian Scherner – SS- und Polizeikommandant für den Bezirk Krakau, oder Amon Göth – Kommandant des Lagers Płaszów. Der Spaß endete jedoch nicht damit, exquisites Essen zu essen und teuren Alkohol zu trinken. Vor Festen wurden hübsche weibliche Häftlinge – polnische und jüdische Frauen – unter dem Vorwand, das Gebäude zu reinigen oder in der Küche zu helfen, aus dem Lager geholt.

Tatsächlich wurden sie zur Teilnahme an Orgien und Vergewaltigungen gezwungen. Gleichzeitig wurde einer der Grundbestimmungen der Nürnberger Gesetze, nämlich der Verpflichtung zur Wahrung der Reinheit des deutschen Blutes, keine Beachtung geschenkt. Teilnehmer der mehrtägigen „Scheduling“-Sitzungen zertrümmerten Möbel, zerstörten Gemälde und antike Gegenstände. Nach jedem Fest wurde eine Gruppe von Häftlingen in das Gebäude gerufen, um Reparaturen und Renovierungen durchzuführen.
[31]

Bei solchen Festen zwang Theodor Anton Scheidt einige junge Jüdinnen dazu sich nackt auszuziehen, dann jagt er sie mit der Peitsche um die Tische.[32][33][34]

Nachzulesen ist dies auch bei Johannes Sachslehner[35]:

Wie der 45-jährige Häftling Edward Elsner, der Stellvertreter des Lagerältesten, später über die Saufgelage der SS-Führer im Schloss von Szebnie zu berichten weiß, lässt SS-Hauptscharführer Josef Grzimek dabei immer das Lagerorchester aufspielen; angeblich reisen Göth und Scherner zu diesen fröhlichen „Festen“ mehrmals inoffiziell an. Die Gastgeber sparen dabei nicht mit spektakulären „Programmpunkten“: So lässt SS-Untersturmführer Anton Scheidt, der erste Kommandant des Lagers, ein Gefolgsmann Göths aus Płaszów, einige junge Jüdinnen kommen, befiehlt ihnen sich nackt auszuziehen und jagt sie dann mit der Peitsche um die Tische. Scheidt ist es auch, der die Idee hat, die hübscheste Jüdin aus dem Lager zu holen und diese dann vor den Augen aller zum Geschlechtsverkehr zu nötigen – ein Vorhaben, das jedoch von seinem Rivalen im Lager, SS-Oberscharführer Anton Pospiech, verhindert wird.

Im Mai 1943 wurde Scheidt aus dem Arbeitslagers in Szebnie entlassen, nachdem er sich auf Partys betrunken und Konflikte mit anderen Offizieren hatte.[18]

Zitat zu Theodor Anton Scheidt[Bearbeiten]

Zitat aus Jacov Joshua Herzigs The Wrecked Life: The War Story of a Physician[36]:

Scheidt and Grzimek are beasts in human bodies," he said; and after a moment added, "But actually which of our local German torturers isn't?"

Scheidt und Grzimek sind Bestien in menschlichen Körpern," sagte er; und fügte nach einem Moment hinzu, "aber eigentlich: Wer von unseren Folterern ist das nicht?"

Josef Grzimek[37] war SS-Unterscharführer und ebenfalls Lagerkommandant in Szebnie[9]. Nachdem sich die Lage für die Gefangenen unter Scheidts Nachfolger Hans Kellermann zu bessern begann,[38] verschlechterte sie sich, als Grzimek Kellermanns Assistent wurde,[39] wieder drastisch.[40]

SS-Karstwehr-Bataillon[Bearbeiten]

Scheidt stieß dann zum SS-Karstwehr-Bataillon unter der Führung von Hans Brand:

Die im Frühsommer 1942 in Dachau gegründete SS-Karstwehr-Kompanie bestand zunächst aus zwei Zügen und erhielt am 10. August 1942 ihren offiziellen Namen. Die Kompaniemitglieder waren hauptsächlich Österreicher und Volksdeutsche aus Tirol, Rumänien (Banat und Siebenbürgen) und Ungarn , Ukraine und Jugoslawien. (...) Im November 1942 erfolgte die Erweiterung der Kompanie zum SS-Karstwehr-Bataillon, bestehend aus drei Kompanien und einer Einheit im fränkischen Städtchen Pottenstein (Deutschland).

(...) Brands 480 Mann starkes Bataillon wurde dann nach Arnoldstein im Dorf Villach in der Region Kärnten in Österreich verlegt, um eine Feldausbildung zu erhalten und aufgrund der sich verschlechternden Lage in Italien eine Reserve zu erhalten. Die Einheit blieb dort bis zur Kapitulation Italiens am 8. September 1943.

Am 9. September 1943, unmittelbar nach der Kapitulation Italiens, überquerte das Bataillon die deutsch-italienische Grenze, entwaffnete die italienische Garnison in Tarvisio und besetzte die Städte Boscaverde und Camporosso, um die deutschstämmige Minderheit im Kanaltal zu schützen. Eine Kompanie der SS-Einheit besetzte daraufhin unter dem Kommando von SS-Hauptsturmführer Anton Scheidt die Zinnminen bei Cave del Predil und Bovec.
[41]

Die Gegend um Bovec wurde 1945 von der Jugoslawischen Volksarmee befreit und kam unter britisch-amerikanische Besatzung.[42]

Konzentrationslager Płaszów[Bearbeiten]

Frauen jüdischen Glaubens bei der Arbeit im KZ Płaszów

Im Dezember 1942 ließ die SS im Krakauer Stadtteil Plaszow (polnisch: Płaszów) eines von mehreren hundert Zwangsarbeitslagern im besetzten Polen errichten. In Plaszow waren anfangs Juden inhaftiert, später auch nichtjüdische Polen und einige Roma. Ab Januar 1944, etwa ein Jahr vor der Auflösung des Lagers, wurde Plaszow als eigenständiges Konzentrationslager geführt. [43]

Erster Kommandant war SS-Untersturmführer Anton Scheidt. „Der Lagerkommandant Anton Scheidt, ein Mensch-Tier, klein, mit mehr Menschen auf dem Gewissen als Haaren auf dem Kopf.“ Es war bekannt, dass Scheidt Gefangene misshandelte. Von den ersten Tagen seines Aufenthalts in Szebnie an führte er neue Regeln für die Behandlung von Gefangenen ein und zeigte den Besatzungsmitgliedern, „wie diese polnischen Schweine geschlagen werden sollten“.[31]

Innerhalb des Konzentrationslagers Plaszów unterhielt Theodor Anton Scheidt einen Betrieb für Ausführung von Straßenarbeiten und Steinbruchnutzung, obwohl er davon wenig Ahnung hatte und oft falsche Entscheidungen traf. Für derartige falsche Entscheidungen wurde allerdings nicht er, sondern der jüdische Ingenieur Zygmunt Grünberg von Göth bestraft[44].

In Schindlers Liste von Thomas Keneally wird Theodor Anton Scheidt als Scheidt portraitiert[45].

Widerstand in Plaszów[Bearbeiten]

Auf der Seite dachaukz.blogspot.com gibt es diese Begebenheit zu lesen:

Under the leadership of Victor Traubman a conspiratorial group was formed in the camp by inmates of the 'Zydoska Organizacja Bojowa' (Yidishe Kampf Organisatzije). Members were among others David Hertz, Berek Fisher, Jacob Palerer, Victor Reif, Joseph Immerglück, Monek Hecht, Josef Fuglewicz, Mundek Reich, Samuel Kempler, Adam Stab, Pesia Warszawska and Czesia Frimat. The trigger to form a cell was the forcible removal of Jews from Jewish Labour Camps to Skarzysko-Kamienna in November 1943. They wanted to be prepared in case of liquidation of their camp. Link to the outside world were the Polish caterers, that supplied the building materials and mostly belonged to the Underground. In the wagon itself they could smuggle goods into the camp, protected from searches by bribes of vodka and bacon. Inside the bridles of the horses the prisoners hid secret messages. According to these reports the situation in the camp reached the outside, including detailed plans of the camp. The group succeeded to steal two revolvers from the weapons depot in the camp and from SS man Scheidt two automatic pistols.

Unter der Führung von Victor Traubman wurde eine konspirative Gruppe von Insassen der "Zydoska Organizacja Bojowa" (Yidishe Kampf Organisatzije) im Lager gebildet. Mitglieder waren unter anderem David Hertz, Berek Fisher, Jacob Palerer, Victor Reif, Joseph Immerglück, Joseph Fuglewicz, Mundek Reich, Samuel Kempler, Adam Stab, Pesia Warszawska und Czesia Frimat. Auslöser für die Bildung einer Zelle war die gewaltsame Abschiebung von Juden aus den jüdischen Arbeitslagern nach Skarzysko-Kamienna im November 1943. Sie wollten sich auf die Auflösung ihres Lagers vorbereiten. Verbindung zur Außenwelt waren die polnischen Zulieferer, die Baumaterial lieferten und zum größten Teil dem Untergrund angehörten. Im Wagen selbst konnten sie Waren ins Lager schmuggeln, die vor einer Durchsuchung durch Bestechung durch Wodka und Speck geschützt wurden. In den Zügeln der Pferde versteckten die Gefangenen geheime Botschaften. Nach diesen Berichten wurde die Situation im Lager außerhalb bekannt, einschließlich detaillierter Pläne des Lagers. Der Gruppe gelang es, zwei Revolver aus dem Waffenlager im Lager und von SS-Mann Scheidt zwei automatische Pistolen zu stehlen.

Erschießung von 25 Männern[Bearbeiten]

Salomon Beldengrün[46] berichtet in einem Interview, dass Theodor Anton Scheidt im Lager für Barackenbau zuständig war. Eines Tages versuchte ein Gefangener einer Gruppe tagsüber zu fliehen, worauf die ganze Gruppe, aus 25 Männern bestehend, in eine Baracke geführt wurde, um dort erschossen zu werden. Scheidt gab zu erkennen, dass er diese Gruppe als Arbeiter brauche, woraufhin 25 andere Männer in der Baracke erschossen wurden.[47]

Ermordung von Aleksander Spanlang[Bearbeiten]

Aleksander Spanlang (geboren am 24. Dezember 1922 in Krakau,[48][49] ermordet am 14. August 1944 im Konzentrationslager Płaszów)[50] war

der jüdische Fachleiter der Tischlerei- und Schreinereiwerkstatt. Bereits entkleidet auf dem Erschießungshügel stehend, sagte er gegenüber dem SS-Untersturmführer Anton Scheidt aus, er habe einige Reitpferde und eine große Anzahl von Wandfließen in der Nähe von Krakau versteckt. Darauf hin ließ Göth Spanlang solange leben, bis sie zu dem Bauern fahren konnten. Erst dann wurde der Name Spanlangs, vermutlich durch Göths Lebensgefährtin Ruth Kalder als letzter Name auf die Liste gesetzt. „Vermutlich wollte Göth durch diese Vorsichtsmaßnahme sicherstellen, dass Mietek Pemper Spanlang nicht noch warnte und er dann das Versteck seiner Reichtümer nicht preisgebe.“[50]

Nach Abholung der Reitpferde und der Wandfließen am nächsten Tag erschoss Theodor Anton Scheidt Aleksander Spanlang[50].

Tod[Bearbeiten]

Grabtafel von Theodor Anton Scheidt. (Foto (mit freundlicher Genehmigung): Karl Bauer)

Hermann Dillhoff gab bei einer Befragung durch die Polizei am 29. November 1949 zu Protokoll, Scheidt sei nach dem Krieg von Engländern in ein Lager verbracht worden, wo er gestorben sei.[51] Hierbei handelte es sich um das durch das US-Militär geführte Internierungslager Moosburg, das etwa 90 Kilometer von Bovec entfernt lag. Scheidt starb hier am 10. Januar 1946 an Darmverschluss nach einer Gastroenteritis. Er wurde in einem Reihengrab beerdigt.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelverweise[Bearbeiten]

  1. Lars Boesenberg, Jürgen Düttmann, Norbert Ortgies, Machtsicherung, Ausgrenzung, Verfolgung: Nationalsozialismus und Judenverfolgung in Ibbenbüren, mit einem Beitrag von Marlene Klatt und Rita Schlautmann-Overmeyer, Historischer Verein Ibbenbüren, 2010, S. 94
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 http://www.dws-xip.pl/reich/biografie/numery/numer64.html
  3. bei Johannes Sachslehner wird "Rheinland" genannt, s. Johannes Sachslehner, Der Tod ist ein Meister aus Wien; Wien-Graz-Klagenfurt 2008, S. 251; auch als Taschenbuch Der Henker: Leben und Taten des Amon Leopold Göth
  4. 4,0 4,1 4,2 http://www.bauerka.de/stalag/fenster/12-05-0028.htm
  5. 5,0 5,1 Meldedatei zu Anton Scheidt im Stadtarchiv der Stadt Ibbenbüren
  6. Ben A. Soifer, Between Life and Death: History of Jewish Life in Wartime Poland 1939-1944, Janus Publishing Company, 1995, S. 102
  7. Mieczysław Pemper, Viktoria Hertling, Marie Elisabeth Müller, Der rettende Weg: Schindlers Liste, die wahre Geschichte, Hoffmann und Campe, 2005, S. 169
  8. Rocznik przemyski, Band 13, Towarzystwo Przyjaciół Nauk w Przemyślu, 1970, S. 255
  9. 9,0 9,1 Dieter Pohl, Die großen Zwangsarbeitslager der SS- und Polizeiführer für Juden im Generalgouvernement 1942-1945 in: Herbert, Ulrich, Katrin Orth, Christoph Diekmann (Hrsg.), Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Entwicklung und Struktur, Band I, Wallstein, 1998, S. 420
  10. http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-lager-1/1933-1945-lager-s/szebnie.html
  11. https://www.myheritage.de/research/collection-1/myheritage-stammbaume?itemId=829582661-1-29427&action=showRecord
  12. https://www.myheritage.de/research/collection-1/myheritage-stammbaume?itemId=829582661-1-29429&action=showRecord
  13. https://www.myheritage.de/research/collection-1/myheritage-stammbaume?itemId=77200451-2-5&action=showRecord&recordTitle=Sophia+Esser+%28geb.+Scheidt%29
  14. https://www.myheritage.de/research/collection-1/myheritage-stammbaume?itemId=829582661-1-29428&action=showRecord
  15. https://www.myheritage.de/research/collection-1/myheritage-stammbaume?itemId=77200451-2-111&action=showRecord&recordTitle=Anton+Scheidt; möglicherweise handelt es sich hierbei um die Entnazifizierungsakte zu Johann Scheidt: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/SGUG3NJ2NTMRA7ZCGLGD4IIBH7OXU57S
  16. 16,0 16,1 Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 30. Juli 1941
  17. 17,0 17,1 17,2 17,3 Mündliches Interview von Lucien Weisbrod mit Anna Novak, s. https://collections.ushmm.org/oh_findingaids/RG-50.488.0097_sum_en.pdf
  18. 18,0 18,1 18,2 18,3 https://dobroni.pl/n/kl-plaszow-sylwetki/5791
  19. Lars Boesenberg, Jürgen Düttmann, Norbert Ortgies, Machtsicherung, Ausgrenzung, Verfolgung: Nationalsozialismus und Judenverfolgung in Ibbenbüren, mit einem Beitrag von Marlene Klatt und Rita Schlautmann-Overmeyer, Historischer Verein Ibbenbüren, 2010, S. 94
  20. Dirk Stegmann, Politische Radikalisierung in der Provinz: Lageberichte und Stärkemeldungen der Politischen Polizei und der Regierungspräsidenten für Osthannover 1922-1933, Band 35, Teil 16, S. 376
  21. Lars Boesenberg, Jürgen Düttmann, Norbert Ortgies, Machtsicherung, Ausgrenzung, Verfolgung: Nationalsozialismus und Judenverfolgung in Ibbenbüren, mit einem Beitrag von Marlene Klatt und Rita Schlautmann-Overmeyer, Historischer Verein Ibbenbüren, S. 11
  22. Festschrift zum Kreistreffen der NSDAP des Kreises Tecklenburg am 26. April 1936 in Ibbenbüren, Druck: Bernhard Scholten, Ibbenbüren; Ibbenbüren 1936, S. 17
  23. Artikel Gemeinderat in Ibbenbüren in der Ausgabe der Zeitung Münsterscher Anzeiger vom 3. November 1935, s. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/search/7210219?query=%22Anton%20Scheidt%22
  24. Lars Boesenberg, Jürgen Düttmann, Norbert Ortgies, Machtsicherung, Ausgrenzung, Verfolgung: Nationalsozialismus und Judenverfolgung in Ibbenbüren, mit einem Beitrag von Marlene Klatt und Rita Schlautmann-Overmeyer, Historischer Verein Ibbenbüren, S. 165
  25. Akte des Staatsarchivs Münster (StAM) Staatsanwaltschaft MS Nr. 94, Strafsache gegen Dillhoff wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  26. Stanisław Cynarski, Józef Garbacik, Jaslo oskarża: Zbrodnie hitlerowskie w regionie jasielskim, 1939-1945, Książka i Wiedza, 1973
  27. http://en.wikipedia.org/wiki/Szebnie_concentration_camp
  28. David Crowe, Oskar Schindler: The Untold Account of His Life, Wartime Activities, and the True Story Behind the List, Basic Books, S. 354
  29. Johannes Sachslehner, Der Tod ist ein Meister aus Wien; Wien-Graz-Klagenfurt 2008, S. 283; auch als Taschenbuch Der Henker: Leben und Taten des Amon Leopold Göth
  30. https://en.wikipedia.org/wiki/Szebnie_concentration_camp#Operation
  31. 31,0 31,1 Artikel Szebnie nasiąknięte krwią, auf: https://dziennikpolski24.pl/szebnie-nasiakniete-krwia/ar/3323841
  32. http://www.mietek-pemper.de/wiki/Kapitel_9_-_Unberechenbarkeit_G%C3%B6ths
  33. s.a. https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn510421
  34. s.a. Edward B. Westermann, Drunk on Genocide. Alcohol and Mass Murder in Nazi Germany, Cornell University Press, Ithaca and London, 2021, S. 60
  35. Johannes Sachslehner, Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth, Styria, S. 163; auch als Taschenbuch Der Henker: Leben und Taten des Amon Leopold Göth
  36. Jacov Joshua Herzig, The Wrecked Life: "The War Story of a Physician, Vantage Press, 1963, S. 49
  37. Aus dem polnischen Text der Wikipedia zu Grzimek:

    Josef Grzimek (geb. am 10. November 1905, gestorben am 18. Februar 1950) - NS-Mörder, SS-Hauptscharführer, Befehlshaber mehrerer NS-Arbeitslager auf dem Territorium des besetzten Polen.
    Er wurde in Głogówko (Oberglogau) geboren. Er nahm an der Operation Tannenberg teil. Von März bis Dezember 1942 war er Kommandant des jüdischen Arbeitslagers Judenlager in Jaktorów. Dann übernahm er dieselbe Funktion in den Lagern in Rawa Ruska (von Dezember 1942 bis Mitte März 1943), in Lemberg (von März bis Juli 1943), in Złoczów (Juli 1943) und in Bolechowie (August 1943). Vom 1. Dezember 1943 bis August 1944 war Grzimek der Kommandeur der ukrainischen Uhrenfirma im Lager Szebnie. Er nahm an Massenexekutionen hier im Wald in Dobrucowa teil, bei denen etwa 1.600 Menschen durch Schüsse getötet wurden. Grzimek leitete auch die Aktion der Verbrennung der Körper von Opfern auf speziellen Gittern aus Eisenbahnschienen.
    Nach dem Krieg wurde er von einem polnischen Gericht in Warschau wegen seiner Verbrechen vor Gericht gestellt und am 29. Januar 1949 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 18. Februar 1950 durch Erhängen vollstreckt.

  38. https://collections.ushmm.org/oh_findingaids/RG-50.488.0097_sum_en.pdf
  39. https://dirjoh-blog.tumblr.com/post/150366899600/anyone-who-has-seen-schindlers-list-will-remember
  40. https://canis-lupus.pl/szebnie-oboz-pracy-przymusowej/
  41. Nino Oktorino, Vorwärts Jäger!, S. 154; Zitat ergänzt um zwei erläuternde Links; Vgl. Goriški letnik: zbornik Goriškega muzeja, Muzej, 1975, S. 211
  42. https://www.wikiwand.com/en/Bovec#World_War_II
  43. http://www.memorialmuseums.org/denkmaeler/view/81/Denkmal-f%C3%BCr-die-Opfer-des-Konzentrationslagers-Plaszow
  44. Benz, Wolfgang, Barbara Distel (Hg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 8, C.H.Beck, 2008, S. 246
  45. Thomas Keneally: Schindler's Ark, Hodder and Stoughton, 1982; deutsch: Schindlers Liste, Bertelsmann, 1983
  46. https://m.facebook.com/kz.gedenkstaette.flossenbuerg/photos/a.384735444882898/3415803768442702/?type=3
  47. https://memorial-archives.international/media_collections/show/537f009b759c02635450f537#
  48. https://www.geni.com/people/Aleksander-Spanlang/6000000021531040271
  49. https://www.ics.uci.edu/~dan/genealogy/Krakow/Families/Spanlang.html
  50. 50,0 50,1 50,2 http://www.mietek-pemper.de/wiki/Plaszow_als_Zwangsarbeiterlager
  51. Lars Boesenberg, Jürgen Düttmann, Norbert Ortgies, Machtsicherung, Ausgrenzung, Verfolgung: Nationalsozialismus und Judenverfolgung in Ibbenbüren, mit einem Beitrag von Marlene Klatt und Rita Schlautmann-Overmeyer, Historischer Verein Ibbenbüren, S. 89