Gustav Conrad
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Gustav Conrad (geboren am 9. September 1890 in Treuburg, gestorben am 26. April 1958 in Ibbenbüren[1]) war ein deutscher Polizeimeister[2] und Mitglied der NSDAP.[3] Im Auftrag der britischen Militärregierung spürte er im Juli 1945 den untergetauchten NSDAP-Kreisleiter Heinrich Knolle auf, der ihn kurz zuvor erschießen lassen wollte.
Gustav Conrad wurde am 9. September 1890 in Treuburg geboren. Er besuchte von 1896 bis 1904 die Volksschule in Bochum. Er nahm am 1. Weltkrieg als Soldat teil und erhielt hierfür 1934 das Ehrenkreuz für Frontkämpfer. Später besuchte er die Polizeischule in Recklinghausen und bestand am 24. März 1921 die Abschlussprüfung. Ab dem 1. April 1941 arbeitete er für die Polizeiverwaltung in Ibbenbüren als Hauptwachtmeister. Am 23. November 1937 beantragte er die Mitgliedschaft in die NSDAP, die ihm rückwirkend zum 1. Mai 1937 gegeben wurde (Mitgliedsnummer: 5656386)[4] ein. Sein höchstes Amt war das des Blockhelfers von 1943 bis 1944. Er war mit Lina Bohle verheiratet. Ihr einziges gemeinsames Kind, Hilde, verstarb am 23. Juli 1944.[5] Sie nahmen danach ein Pflegekind an. Die Familie lebte an der Ubostraße 4.
Rettung eines Notabspringers
Bearbeiten Quelltext bearbeitenEnde März 1945 befand sich ein verletzter Notabspringer im Polizeigefängnis Ibbenbüren. Die Polizisten Stieneker und Nordhausen wollten ihn nach Dreierwalde bringen und ihn unterwegs gemäß einer Verfügung von Heinrich Himmler umbringen. Conrad sabotierte dieses Vorhaben, indem er dem Polizeihauptwachtmeister Goebel den Auftrag gab, den verletzten Notabspringer ungesehen in ein Lazarett zu bringen.[3]
Versuchte Hinrichtung
Bearbeiten Quelltext bearbeitenAm 1. April 1945 wurde Conrad in seiner Wohnung vom Landrat Neumann, dem Regierungsinspektor Mezeroth und Polizeileutnant Hans Köhne in seiner Wohnung festgenommen. An seinem Haus wurde von einer Wohnungsnachbarin eine weiße Flagge aufgehängt, was ihm zugeschrieben wurde und sein Todesurteil bedeuten sollte. Zuvor hatte er sich bei den Vertretern des Kampfstabs Georg Fletemeyer und Max Schumacher, über die sinnlose Verteidigung Ibbenbürens gegen einen übermächtigen Feind echauffiert. Er wurde zur Wirtschaft Maug auf dem Schafberg befördert, wohin die Kreisleitung ihren Kampfstab verlegt hatte. Seinem Wagen folgten der Kreisleiter Heinrich Knolle und der Landrat, an deren Wagen eine Schaufel gebunden war. Hiermit sollte Conrad sein eigenes Grab schaufeln. Von der Wirtschaft wurde Conrad zu einem Bauernhaus gebracht und zunächst von Köhne und dann von SS-Mann Nietiedt[6] bewacht. Da die britische Armee sich Ibbenbüren näherte unterblieb die geplante Hinrichtung.
Aufspürung und Festnahme Heinrich Knolles
Bearbeiten Quelltext bearbeitenEnde Juni 1945 bekam Conrad von der britischen Militärregierung den Auftrag, Heinrich Knolle aufzuspüren und zu verhaften. Conrad fuhr auf Grund minimaler Hinweise in die Richtung Minden-Hannover. Nach intensiver Fahndung konnte er Knolle mit der Unterstützung der britischen Militärregierung von Rodenberg am 3. Juli 1945 in Hülsede festnehmen.
Dagegen habe ich viele Feinde aus den Nazikreisen durch die Festnahme bekommen. Diese Nazisten, die heute fest zusammenhalten, versuchen mich überall anzuschwärzen, herabzuwürdigen und zu schädigen.
Entnazifizierungsprozess
Bearbeiten Quelltext bearbeitenDer Berufungsausschuss für Entnazifizierung der Kreise Steinfurt, Münster-Land und Tecklenburg befand Gustav Conrad am 22. September 1947 als unbelastet und ordnete ihn in Kategorie 5 ein.[3]
Einzelverweise
Bearbeiten Quelltext bearbeiten- ↑ Todesanzeige zu Gustav Conrad in der Ausgabe der Zeitung Ibbenbürener Volkszeitung vom 29. April 1958
- ↑ Mitgliedsausweis der NSDAP zu Gustav Conrad; online: https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche?freebie=be918dd0#mfkl-d0148-2782
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Entnazifizierungsakte zu Gustav Conrad; online: https://dfg-viewer.de/show/?tx_dlf[id]=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Rheinland%2FNW-Bestaende%2FNW_1039-C%2F%7E005%2FNW_1039-C-00547%2Fmets.xml
- ↑ Mitgliedsausweis der NSDAP zu Gustav Conrad; online: https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche?freebie=be918dd0#mfkl-d0148-2782
- ↑ Todesanzeige zu Hilde Conrad in der Zeitung Volkszeitung für den Kreis Tecklenburg vom 25. Juli 1944
- ↑ Möglicherweise handelt es sich hierbei um Wilhelm Nietiedt