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Heinrich Staudigl

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Heinrich Staudigl (geboren am 18. April 1911 in Regensburg[1], gestorben am 18. September 1983 in Friedberg[2]) war ein deutscher Lehrer, Leiter des Amtsgymnasium Ibbenbüren, Mitglied der SA und der NSDAP.

Heinrich Staudigl wurde am 18. April 1911 als Sohn des Reichsoberbahninspektors Ludwig Staudigl in Regensburg geboren. Er besuchte die Volksschule Regensburg von 1917 bis 1920 und anschließend die dortige Oberrealschule, die er 1930 mit dem Abitur abschloss. An der Universiät München absolvierte er von 1930 bis 1935 ein Philologiestudium. 1934 trat er der SA bei und wurde dort 1941 Scharführer. 1935 trat er der NSDAP bei. Zudem gehörte er dem NSV, dem NS-Lehrerbund, dem Reichsarbeitsdienst und dem Reichsluftschutzbund an. Am 19. Dezember 1938 heiratete er Margarete Heldermann. Beide bekamen zwei Kinder.[3]

Ein Gutachten aus dem Jahr 1939 bescheinigt ihm wiederum sehr gute fachliche Kenntnisse der französischen Kultur und Sprache, die er den Schülern erfolgreich in einem Unterricht „von französischer Höflichkeit, dabei aber doch sicher, bestimmt, klar“, vermittle. Weiterhin sei Staudigl „überzeugter Nationalsozialist, PG und seit 33 SA-Mann.“ Seine Frau aus einer alteingesessenen Landfamilie aus Westfalen sei „anscheinend rassisch bester Auslese“.[4] Dieses Gutachten sollte später beim Schulkollegium Münster noch zu Vorbehalten gegen seine Ernennung zum Leiter des Amtsgymnasiums führen.[3]

Nachdem Staudigl 1941 zum Militärdienst eingezogen wurde, zogen seine Frau und seine Kinder zu ihrer Familie nach Ibbenbüren.

Am 17. September 1949 wurde er Leiter des Amtsgymnasium Ibbenbüren[5], dem er seit 1948 angehörte. Er leitete das Gymnasium bis 1969.

Das Goethe Gymnasium Ibbenbüren widmete Staudigl 2017 den Heinrich-Staudigl-Gedächtnispreis.[6]

Der Rat der Stadt Ibbenbüren beschloss am 6. März 2002, eine Straße am Goethe Gymnasium Ibbenbüren in Erinnerung an Heinrich Staudigl zu benennen.[7]

  1. Entnazifizierungsakte zu Heinrich Staudigl; online: https://dfg-viewer.de/show?id=9&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Rheinland%2FNW-Bestaende%2FNW_1046%2F%7E024%2FNW_1046-02432%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=1
  2. Todesanzeige zu Heinrich Staudigl in der Ausgabe der Zeitung Ibbenbürener Volkszeitung vom 23. September 1983
  3. 3,0 3,1 Bernhard Rietmann, Amtsgymnasium Ibbenbüren 1950-1969. Schule der Demokratie?, 2022, online: https://d-nb.info/125033859X/34, S. 729
  4. Referenz aus der Quelle: Stadtarchiv Ibbenbüren, Personalakte Staudigl; Z29a 4052, Bayrisches Staatsministerium für Unterricht und Kultur, Wortlaut Gutachten Staudigl von 1939, 18.7.1949.
  5. Josef Bröker, Der steinige Weg von der Oberschule für Jungen bis zur Genehmigung als Vollanstalt (Gymnasium) 1945 - 1950; online: https://goethe-gymnasium.eu/fileadmin/user_upload/Dokumente/chronologie_goethe_nach_45.pdf
  6. Schulnachrichten Nr. 124 / Oktober 2016 des Goethe Gymnasium Ibbenbüren; online: https://www.goethe-gymnasium.eu/fileadmin/user_upload/Schulnachrichten/schulnachrichten_124_Oktober_2016.pdf
  7. Artikel Erinnerung an Schulleiter Staudigl in der Ausgabe der Zeitung Ibbenbürener Volkszeitung vom 13. Februar 2002