Otto Ewald Rosenthal

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Otto Ewald Rosenthal
Hildegard und Daniel Rosenthal (undatiertes Foto)
Otto Ewald und Hildegard Rosenthal (undatiertes Foto)

Dr.[1] Otto Ewald Rosenthal (geboren am 24. August 1903 in Ibbenbüren[2], ermordet im Januar 1945 in Moorwies[3] (später Łączki, Kommune Głuchołazy)[4]) war ein deutscher Konditor und Opfer des Nationalsozialismus.

Karteikarte zu Otto Ewald Rosenthal[5]

Leben[Bearbeiten]

Er war der Sohn von Moses Rosenthal und Auguste Rosenthal. Er war der Bruder von Nanny, Bertha, Amalie, Wilhelm, Julius und Emma Rosenthal. Er heiratete Dr.[1] Hildegard Block.

1936 emigrierte er mit seinen Cousins Paul und Heinrich Rosenthal nach Santiago de Chile. 1937 kam er mit Heinrich wegen Heimwehs zurück in die Niederlande. Sie wohnten zunächst in Deventer, danach zog Heinz wieder zu seinen Eltern nach Amsterdam. Otto Ewald wohnte in Deventer an der Lange Bisschopstraat 36. In Deventer wurde der Sohn von Otto und Hildegard, Daniel (geboren am 30. September 1939 in Deventer, ermordet am 19. September 1942 im Konzentrationslager Auschwitz)[6][7] geboren. In der Lange Bisschopstraat übernahm er mit Wilhelm Masmann's lunchroom.

Am 19. Mai 1938 schrieb Ewald Rosenthal, wohnhaft auf Lange B., an den Inspektor der Königlichen Militärpolizei, Ausländer- und Grenzschutzabteilung, weil er eine Aufenthaltserlaubnis für seine zukünftige Frau Hildegard Block aus Westerkapelln in Deutschland wünschte. Ein neues Einwanderungsgesetz wurde verabschiedet und er will nicht, dass sie ihm zum Opfer fällt. Er ist selbst auch Deutscher und lebt seit 1933 in den Niederlanden. Am 1. Juni 1938 schrieb der Polizeikommissar an den Inspektor der Königlichen Militärpolizei, dass Rosenthal (Israeli und 1903 in Ibbenburen in Deutschland geboren) am 22. April 1938 in Deventer registriert wurde. Er wohnt mit seinem Bruder Wilhelm zusammen, der in der Lange Bisschopstraat Nr. 36 eine Kantine hat. Der Akte ist zu entnehmen, dass beiden Brüder die Kantine, die „Massmanns Lunchroom“ heißt, zu gleichen Teilen gehört. Der Betrieb wurde von den Gebrüdern Massmann übernommen und er ist wohlbekannt. Wie es in dem Artikel heißt, unternahm Ewald viele Wanderungen, unter anderem nach Brasilien. Er sagt, er habe Deutschland nicht aus politischen Gründen verlassen. Er verlobte sich am 6. Mai 1938. Er ist Israelit, technischer Assistent, er behauptet, Grundschulbildung, Gymnasium und Universität absolviert zu haben. Er besitzt 2.500 €. 13. September 1938: Die PG in Arnheim bleibt misstrauisch. Woher hat er diese 2500 €? Der Polizeikommissar antwortet am 14.10.38, dass er 700 € hatte, als er aus Brasilien kam. Das war für seinen Lebensunterhalt. Aus einer Erbschaft aus Deutschland standen ihm noch 15.000 DM zu. Die konnte er aus Deutschland nicht bekommen, aber ein Onkel aus Amerika unterstützt die Familie in Deutschland. Die Familie fasst den Plan, das Geld nicht nach Deutschland, sondern an Rosenthal zu überweisen. Dass das stimmt, beweist er anhand von Quittungen. Einen Teil investiert er in die Kantine und zahlt einen Teil bei einer Tante ein. Er sagt, dass man von der Kantine gut leben kann. Mittlerweile ist er mit Hildegard Block verheiratet. Sie wohnen in der Nähe der Kantine. Die Kantine und auch die Frau sind bekannt. Obwohl es keine Gründe dafür gibt, dass ihre Arbeit hier wirtschaftlich sinnvoll ist, gibt es auch keinen Grund, sie hier nicht zuzulassen. Die Finanzbilanz der Kantine zum 31.12.1937 liegt ebenfalls vor. Der Generalstaatsanwalt schrieb am 5. November 1938, dass der Minister die Aussetzung vorübergehend gewährt habe, „sofern sie die Staatskasse nicht belasten und keine weiteren Familienangehörigen ausländischer Staatsangehörigkeit versuchen, sich in unserem Land niederzulassen“. Kommen sie dem nicht nach, muss sie nach Deutschland zurückkehren. (SAD, Polizeiarchiv, Buch Nr. 619, Box 337)

Die im Deventer-Ausländerregister als „Israeliten“ identifizierten Ausländer und die Palästina-Pioniere wurden alle bei jüdischen Familien untergebracht. Die Familien Zendijk, Rosenthal, De Leeuw, Gosschalk und Zilversmit boten der Familie regelmäßig Gastfreundschaft.
[8]

(Mit PG könnte die protestantische Gemeinde Arnheims gemeint sein.)

Deportation und Ermordung[Bearbeiten]

Vermerk zum Tod und Begräbnis Otto Ewald Rosenthals

Ende August 1942 mussten Otto Ewald und Wilhelm in das Arbeitslager De Wittebrink, das von August bis zum 3. Oktober 1942 als Arbeitslager für jüdische Gefangene genutzt wurde.[9]. Vermutlich befanden sich Hildegard und Daniel ebenfalls dort. Am 16. Oktober 1942 wurden Wilhelm[10], Hildegard[11], Otto Ewald[3] und vermutlich ihr Sohn Daniel in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Hildegard[11] und Daniel[6] Rosenthal wurden im Konzentrationslager Auschwitz am 19. Oktober 1942 ermordet. Im Januar 1945 wurde Otto Ewald Rosenthal mit 46 Mitgefangenen auf einem Todesmarsch, vermutlich von Konzentrationslager Blechhammer in das Konzentrationslager Groß-Rosen, in der Nähe von Łączki erschossen. Einwohner des Dorfes beerdigten die Getöteten, exhumierten sie später und beerdigten sie am 25. Juni 1946 in Burgrabice.[4]

Stolperstein[Bearbeiten]

Für Otto Ewald Rosenthal wurde in Rheine an der Anton-Führer-Straße 2 ein Stolperstein verlegt.[12] Für seinen Sohn Daniel wurde in Rheine an der Poststraße 17 ein Stolperstein verlegt.[13]

Einzelverweise[Bearbeiten]