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Strophodus timoluebkei

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Strophodus timoluebkei ist eine ausgestorbene Haiart aus der Gattung Strophodus innerhalb der Ordnung der Hybodontiformes. Die Art lebte während des Oberjura vor etwa 150 Millionen Jahren im Bereich des damaligen Tethysmeeres. Sie wurde 2025 anhand von Fossilien aus der Sulzfluh-Kalk-Formation wissenschaftlich beschrieben.

Besondere Bekanntheit erlangte die Art dadurch, dass ihre Fossilien 2023 von dem deutschen Fossiliensammler Timo Lübke bei einer Wanderung am Mythen Chli Mythen im Kanton Schwyz entdeckt wurden. Es handelt sich um den ersten wissenschaftlich beschriebenen Wirbeltierfund aus der Sulzfluh-Kalk-Formation der Mythenregion.

Systematische Einordnung
Rang Taxon
Klasse Chondrichthyes (Knorpelfische)
Ordnung †Hybodontiformes
Familie †Hybodontidae
Gattung Strophodus
Art Strophodus timoluebkei

Die Gattung Strophodus umfasst ausgestorbene Haie mit spezialisierten Mahlzähnen. Sie war vom Mittleren Trias bis in die Unterkreide verbreitet und ist aus Europa, Afrika, Asien, Indien und Südamerika bekannt. Vor der Beschreibung von S. timoluebkei waren 13 Arten der Gattung anerkannt.

Am 13. Juli 2023 entdeckte Timo Lübke am Südosthang des Chli Mythen auf rund 1.420 Metern Höhe mehrere fossile Haizähne in einem Kalksteinblock. Der Fund erfolgte während einer privaten Wanderung.

Nach der Entdeckung fotografierte Lübke die Fossilien und übermittelte die Aufnahmen an Fachleute der Zürich Universität Zürich. Die Paläontologen erkannten rasch die wissenschaftliche Bedeutung des Fundes und untersuchten das Material näher.[1]

Die Fossilien bestehen aus drei nahezu vollständig erhaltenen Zähnen sowie dem Fragment eines weiteren Zahnes. Die Zähne befanden sich noch weitgehend in ihrer ursprünglichen anatomischen Lage, weshalb angenommen wird, dass sie zu einem einzelnen Tier gehörten.

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 2025 durch Jorge D. Carrillo-Briceño, Iwan Stössel, René Kindlimann und Christian Klug im Swiss Journal of Palaeontology.

Der Artname timoluebkei wurde zu Ehren des Entdeckers Timo Lübke vergeben. Die Autoren würdigten damit dessen Beitrag zur Paläontologie und die Bedeutung des Fundes für die Erforschung der Schweizer Jurafauna.

Bislang sind ausschließlich Zähne der Art bekannt.

Wie andere Vertreter der Gattung Strophodus besaß die Art breite, abgeflachte Mahlzähne mit einer stark verdickten Zahnkrone. Die Zähne dienten dem Zerquetschen harter Nahrung und unterscheiden sich von denen verwandter Arten durch ihre Form, Proportionen und Oberflächenstruktur.

Diese Merkmalskombination führte zur Aufstellung einer eigenständigen Art.

Die Gattung Strophodus gilt als durophag, also auf das Knacken und Zermahlen hartschaliger Beutetiere spezialisiert.

Zur Nahrung von Strophodus timoluebkei gehörten vermutlich:

Muscheln
Schnecken
Krebstiere
möglicherweise auch kleinere Ammoniten

Da nur Zahnmaterial bekannt ist, kann die Körpergröße nicht exakt bestimmt werden. Vergleiche mit verwandten Arten deuten jedoch auf eine Körperlänge von bis zu etwa drei Metern hin.

Die Art gehörte wahrscheinlich zu den größeren Raubfischen des jurassischen Küstenmeeres und nahm eine wichtige Stellung innerhalb des damaligen Ökosystems ein.

Geologischer Hintergrund

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Die Fossilien stammen aus der Sulzfluh-Kalk-Formation, einer marinen Kalksteinabfolge des Oberjura.

Während der Ablagerung befand sich das Gebiet der heutigen Zentralschweiz am Rand des tropischen Tethysmeeres. Die Sedimente entstanden in einem flachen bis mäßig tiefen Meeresbereich und enthalten zahlreiche Fossilien mariner Wirbelloser.

Die Gesteine wurden später während der Alpenbildung verfaltet und in ihre heutige Lage gebracht.

Bis zur Entdeckung von Strophodus timoluebkei waren aus dieser Formation keine wissenschaftlich beschriebenen Wirbeltierfossilien bekannt.

Der Fund besitzt aus mehreren Gründen wissenschaftliche Bedeutung:

Er stellt den ersten bekannten Wirbeltiernachweis aus der Sulzfluh-Kalk-Formation dar. Er erweitert die Artenvielfalt der Gattung Strophodus. Er liefert neue Erkenntnisse zur Verbreitung der Hybodontiformes im Oberjura Europas. Er belegt die Anwesenheit größerer durophager Haie im westlichen Tethysraum.

Die Entdeckung zeigt zudem die Bedeutung privater Fossilienfunde für die paläontologische Forschung.

Der Holotyp trägt die Inventarnummer:

PIMUZ A/I 5724

Eigentümer des Fossils ist der Kanton Schwyz. Das Original befindet sich als Dauerleihgabe in den paläontologischen Sammlungen der Universität Zürich.

Die Entdeckung fand auch außerhalb der Fachwelt große Beachtung. Schweizer Medien bezeichneten den Fund als „Sensationsfund“, da erstmals eine neue Haiart anhand von Fossilien aus der Mythenregion beschrieben werden konnte.[1]

Besonders hervorgehoben wurde die Tatsache, dass die neue Art nach ihrem Entdecker benannt wurde.

Carrillo-Briceño, J. D.; Stössel, I.; Kindlimann, R.; Klug, C. (2025): A new hybodontiform shark (Strophodus Agassiz, 1838) from the Upper Jurassic of Switzerland. Swiss Journal of Palaeontology 144:36. DOI: 10.1186/s13358-025-00376-3

  1. 1,0 1,1 Fee Anabelle Riebeling, Timos Fund auf dem Kleinen Mythen begeistert Paläontologen, online: https://www.20min.ch/story/sensationsfund-neue-haiart-am-kleinen-mythen-entdeckt-103377996