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Walter Riechel

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Heinrich Walter Riechel (geboren am 21. April 1911 in Ibbenbüren, Todesdatum festgelegt auf den 31. Dezember 1945) war ein deutscher Weber, Bergmann und Opfer des Nationalsozialismus.

Walter Riechel wurde am 21. April 1911 in Ibbenbüren geboren und erlernte das Weberhandwerk. Er war mit Johanna Peitzler (geboren am 25. Juni 1913, Todesdatum unbekannt) verheiratet. Beide hatten den Sohn Hermann Friedhelm (geboren am 12. Januar 1933, Todesdatum unbekannt). Die Ehe wurde geschieden und er heiratete am 4. Dezember 1936 Anna Ahsmann.

Beruflich betätigte er sich als Bergmann auf der Preußag-Zeche "von Oeynhausen". In der Zeit des Nationalsozialismus waren bei den Bergwerken russische Zwangsarbeiter beschäftigt. Nach Recherchen von Riechels Halbbruder Heinrich Quindt prügelte Betriebsführer Wilhelm Haberkamp einen russischen Zwangsarbeiter, nachdem dieser verbotener Weise auf einem Förderband gefahren war[1], was Walter Riechel mit "Pfui!" kommentierte. Er sei von Steiger Josef Ballmann verraten worden. Die Betriebsleitung wollte den Vorfall intern klären, er wurde allerdings nach außen getragen. Daraufhin wurde Walter Riechel angezeigt und ins Polizeigefängnis in Ibbenbüren gebracht, wo zeitgleich Adolph Moh ohne Angaben von Gründen festgehalten wurde.

Von dort aus verbrachte man beide über die Gestapo-Haftanstalt Münster in das Konzentrationslager Neuengamme. Er wurde zum Bau des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen-Farge eingesetzt. Sein weiteres Schicksal ist nicht geklärt. Er könnte sich unter den 10.000 Häftlingen des Lagers befunden haben, die am 26. April 1945 auf vier Schiffe verladen wurden, von denen zwei, die Cap Arcona und das Begleitschiff Thielbek, in der Neustädter Bucht versenkt wurden. Gegen die Verantwortlichen wurde ein Strafverfahren eingeleitet, das aber zu keinem Ergebnis kam.[2]

Das Amtsgericht Ibbenbüren erklärte am 15. Oktober 1957 Walter Riechel für tot und den 31. Dezember 1945 als seinen Todestag.[3]

Für Walter Riechel wurde am 21. Juni 2021 an der Laggenbecker Straße 296 in Ibbenbüren ein Stolperstein verlegt.

Sein Neffe Friedrich Reichel gilt ebenfalls seit 1945 als verschollen. Er verschwand, nachdem er in Ibbenbüren mit einem Fahrrad zur Arbeit gefahren war.

  1. Cornelia Ruholl, Zwangsarbeit auf dem Schacht, in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 16. Januar 2016
  2. Julius Matzner, Wie Ibbenbüren den Zweiten Weltkrieg erlebte, S. 226f.
  3. s. 3. Flyer der Stolperstein-Initiative Ibbenbüren, https://www.stadtmuseum-ibbenbueren.de/grafik_stolpersteine/Stolpersteine-3.pdf