Sowjetischer Friedhof

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Sowjetischer Friedhof, umgangssprachlich auch russischer Friedhof, ist ein Friedhof in Ibbenbüren. Er befindet sich im nördlichen Teil des Zentralfriedhofs.

Geschichte[Bearbeiten]

Plan der Grabbelegungen des sowjetischen Friedhofs (1948)

In der Erinnerung von Willy Deckers, der ab 1945 Leiter des städtischen Garten- und Friedhofamtes in Ibbenbüren war, befahl Mitte 1946 ein russischer Major der Ibbenbürener Amtsverwaltung, einen sowjetischen Friedhof anzulegen.

Der "Gräber-Offizier", vermutlich von der Militär Mission in Salzuflen, hatte genaue Vorstellungen und befahl auch die Errichtung des Obelisken mit fünfzackigem Sowjet-Stern, sowie der vier Steinsäulen mit Ketten davor.

Zunächst wurden nur schlichte Holzkreuze auf den Gräbern aufgestellt, 1949 wurde ein Obelisk aufgestellt und die Holzkreuze durch Kissensteine ersetzt, auf denen Namen standen.[1] Auf dem Friedhof befinden sich die Gräber russischer, polnischer und tschechischer Zwangsarbeiter aus der Zeit des zweiten Weltkriegs.

Einige waren bereits auf dem Zentralfriedhof begraben, andere auf dem alten Friedhof am Krankenhaus, einige auch im Garten des Heldermannschen Hofes und im Garten des alten Pfarrhauses an der Kanalstraße.[1]

Im November 2000 ist der Friedhof in die Denkmal-Liste der Stadt Ibbenbüren aufgenommen worden.[2]

Grab von Romualda Orlewicz-Podniesińska[Bearbeiten]

Ein einziger Grabstein ragt optisch heraus. Auf ihm ist zu lesen:

"Bestattet wurde hier Romualda Orlewicz, verh. Podniesinska. Sie ist geboren am 7.2.1920 und verstorben am 10.7.1945

Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion[Bearbeiten]

Am 22. Juni 1991[3] fand am sowjetischen Friedhof eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 50. Jahrestages des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion statt. Hierbei hielt Heinz Unland eine Rede, Herbert Börger trug Zeitungsartikel zum Kriegsbeginn und Lyrisches vor.[4]

Zitat[Bearbeiten]

Die Geschichte der ausländischen Gefangenen in Ibbenbüren wartet im übrigen noch, aufgeschrieben zu werden, ehe sie vergessen ist...[1]

Einzelverweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Artikel Ein sowjetischer Major befahl 1946 den Russenfriedhof in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 13. Mai 1985
  2. Werner Suer, Die Geschichte des russischen Friedhofs in Ibbenbüren , s. http://www.stadtmuseum-ibbenbueren.de/stadtgeschichte_aufsaetze_28.htm
  3. Gedenkfeier am "Russischen Ehrenmal" in: Ibbenbürener Volkszeitung vom 21. Juni 1991
  4. Bericht in der Ibbenbürener Volkszeitung vom 24. Juni 1991; s.a. Stephan Beermann, "Wir haben nur geguckt und nichts gesagt, da war so viel Angst!" in: Ibbenbürener Volkszeitung vom 13. August 1991