Friedrich Ernst Hunsche

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Friedrich Ernst Hunsche (geboren am 1. September 1905 in Lienen; gestorben am 13. August 1994 in Isernhagen) war ein deutscher Autor in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache im Tecklenburger Land. Er war Mitbegründer des Historischen Vereins Ibbenbüren.[1] und bekam 1981 für sein Schaffen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Bande[2][3]. Im zweiten Weltkrieg war Hunsche überzeugter Nationalsozialist. Mehr auf Wikipedia.

Zyanid-Suche im Baugebiet Merschwiese[Bearbeiten]

Auf Hinweis Hunsches soll sich in den 1980er Jahren im damaligen Baugebiet Merschwiese Zyanid befinden. Eine behördliche Suche konnte kein Zyanid nachweisen.[4]

Kritik an Hunsche[Bearbeiten]

Nachdem Rainer Schepper 1982 ein Buch Hunsches verrissen hatte, rief dieser zornig zu einem Boykott einer Veranstaltung Scheppers auf.[5]

Schepper erneuerte seine Kritik im Januar 1983:

Was ist aber davon zu halten, wenn sonst angesehene Verlage mit im übrigen seriösen Verlagsprogrammen ausgesprochen minderwertige plattdeutsche Projekte auf den Büchermarkt bringen, weil sie zur Zeit ein gutes Geschäft versprechen, und zwar Bücher, die sie nach Form und Inhalt ganz gewiß nicht in hochdeutscher Sprache herauszugeben wagen würden. Davon gibt es leider manche unerfreuliche Beispiele; um nur eins von vielen zu nennen: die ausgesprochen belanglosen und im Grunde mißglückten Döhnchen von Friedrich Ernst Hunsche, die bei Schönigh in Paderborn erschienen. Diese Bände liegen, oft in recht ansprechender Aufmachung, in den Buchhandlungen aus, werden im Vertrauen auf den Verlag gekauft, gelesen und - von urteilsfähigen Lesern, die sich mit Interesse und bereitwilliger Aufgeschlossenheit plattdeutscher Literatur zuwenden möchten, verärgert und enttäuscht aus der Hand gelegt. Wobei sie das alte überkommene Vorurteil erneut bestätigt finden, daß plattdeutsche Literatur eben doch eine recht platte Angelegenheit sei.[6]

Frank Klausmeyer schrieb am 23. Januar 2023 in der Ibbenbürener Volkszeitung über Hunsches Buch Westerkappeln. Chronik einer alten Gemeinde im nördlichen Nordrhein-Westfalen:

Das Jahrbuch von 1933 wirft auch kein gutes Licht auf Friedrich Ernst Hunsche, den Verfasser der 1975 von der Gemeinde herausgegebenen "Chronik Westerkappeln". Das "Tausendjährige Reich" findet darin bis auf die (Westerkappelner) Opfer des Krieges 1939 bis 1945 keine Erwähnung. In Rohlmanns Sammlung findet sich dafür ein Gedicht des Kattenvenner Heimatforschers und Autors unter dem Titel "Sieg heil?". "Der Deutsche Geist bricht auf zur Friedensschlacht. Deutschland erwacht. Deutschland erwacht."[7]

Reaktion auf die Kritik von Frank Klausmeyer[Bearbeiten]

Am 25. Januar 2024 beschloss der Rat der Gemeinde Westerkappeln dem Buch Hunsches Westerkappeln. Chronik einer alten Gemeinde im nördlichen Nordrhein-Westfalen symbolisch den Titel Chronik zu entziehen. Hunsche befasst sich in diesem Geschichtsbuch nur sporadisch mit den Ereignissen Westerkappelns im Zeitalter des Nationalsozialismus. Personen wie der Kriegsverbrecher August Miete, der in der Tötungsanstalt Hadamar und dem Vernichtungslager Treblinka tätig war, werden nicht angesprochen, man nimmt aber an, dass Hunsche von diesem gewusst haben muss.[8]

Zitate[Bearbeiten]

Die große geschichtliche Wende, die der Nationalsozialismus für das deutsche Volk und Reich erkämpft hat, hat wieder den wahrhaft freien Bauern auf die erste Stufe des neuen völkischen Werdens gestellt. Willst du dem Führer Deutschlands, deinem Erretter und Befreier, danken, deutscher Bauer, danke ihm durch die Tat![9]

Ueberzeugt sein von einer Sache, von der Kraft und Größe eines Führers, ueberzeugt sein von der Macht und Wirklichkeit des unsichtbaren, ungeschriebenen Schöpfungsgesetzes ist für den Fortschritt des volklichen Lebens unerläßlich wie der Segen der Naturkräfte für die reifenden Früchte des Feldes. Ueberzeugung schließt die Heiligung aller unserer Gefühle, Gedanken und Taten in sich. (...) Nur die Ueberzeugung, das heißt der Glaube an uns selbst, läßt uns den Sieg über alle Feinde gewinnen.[10]

Der Blutstrom der Geschlechter wird nicht versiegen, solange wir für seine Reinheit und Höherentwicklung schaffen und zu kämpfen bereit sind.[11]

So ist z.B. lange genug eine Geschichtsschreibung "von oben her" betrieben worden, die der Wirklichkeit im heimatlichen Raume nicht gerecht geworden ist. Es ist an der Zeit, eine Korrektur unseres Geschichtsbildes "von unten her" vorzunehmen, die viele Dinge in unserer Welt (auch politsich gesehen) in ein klärendes Licht rücken könnte. (...) In diesem Sinne aktuelle Heimatforschung zu betreiben, ist ein Gebot unserer Zeit, die nach den Sternen greift, aber den Boden, auf dem wir Leben, die Heimat, nicht mehr genügend kennt.[12]

Einzelverweise[Bearbeiten]

  1. https://www.wn.de/muensterland/kreis-steinfurt/westerkappeln/heimatforscher-mit-leib-und-seele-1898475
  2. Artikel Heimatforschung verliert Vorbild in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 16. August 1994
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Tr%C3%A4gern_des_Bundesverdienstkreuzes
  4. Klaus Rotte, Kreis stellt Zyanid-Suche ein, in der Augabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 16. Januar 1986
  5. Artikel Dao maket se in Köln kin Fenster üm uoppen, in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 25. Oktober 1982
  6. Rainer Schepper, Das Plattdeutsche und das bloß Platte in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 20. Januar 1983
  7. Frank Klausmeyer, Marsch der braunen Bataillone, Ibbenbürener Volkszeitung vom 30. Januar 2023, s.a. https://www.noz.de/lokales/westerkappeln/artikel/als-hitler-an-die-macht-kam-westerkappeln-war-nsdap-hochburg-44042064
  8. Frank Klausmeyer, Die "Chronik" ist Geschichte, in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 27. Januar 2024
  9. Friedrich Ernst Hunsche, Bauern und Zehner in der Ausgabe der Westfälischen Volkszeitung / Volkszeitung für den Kreis Tecklenburg vom 20. Juni 1942
  10. Friedrich Ernst Hunsche, Ueberzeugung in der Ausgabe der Westfälischen Volkszeitung / Volkszeitung für den Kreis Tecklenburg vom 22. April 1943
  11. Friedrich Ernst Hunsche, Ahnenforschung in der Ausgabe der Westfälischen Volkszeitung / Volkszeitung für den Kreis Tecklenburg vom 6. September 1943
  12. Friedrich Ernst Hunsche, Heimatforschung ohne wissenschaftliche Methode ist nutzlos und sollte nicht gefördert werden in der Ausgabe der Ibbenbürener Volkszeitung vom 6. Oktober 1969, Rechtschreibfehler im Originaltext