Kategorie:Tötungsanstalt Weilmünster
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1933 richtete der Bezirksverband Nassau wieder eine Heil- und Pflegeanstalt in Weilmünster ein. Die Patienten kamen aus den Anstalten Eichberg, Hadamar und Herborn. Mitte und Ende der 1930er Jahre wurden einige Ärzte neu eingestellt - der prominenteste unter ihnen war Dr. Adolf Wahlmann, der ab 1942 in Hadamar mehrere Tausend Menschen mit Medikamenten töten ließ. Die Patientenzahen stiegen rapide an auf 1500 im Jahr 1938. Damit einher ging eine Sparpolitik, durch die das Raumangebot und die Verpflegungssätze heruntergesetzt wurden. Mindestens 278 Patienten wurden Opfer von Zwangssterilisationen. Die Operationen wurden in Wetzlar, Weilburg und in Herborn durchgeführt. 1940 starben überdurchschnittlich viele jüdische Patienten in Weilmünster. 89 wurden am 7. Februar 1941 nach Hadamar deportiert und dort ermordet.
Im Sommer 1940 gingen 1.500 Meldebögen zur Erfassung der Patienten in Weilmünster ein. Zur Bearbeitung wurde ein pesnionieter Arzt und eine Stenotypistin zusätzlich eingestellt. Weilmünster war auch eine Zwischenanstalt für die T4-Tötungsanstalt Hadamar. Hier wurden ab dem 19. Februar 1941 Patienten aus anderen Anstalten gesammelt, bevor sie in Hadamar ermordet wurden. Die ersten Deportationen begannen im Januar 1941 - bis März wurden mehr als 750 Patienten abtransportiert. Von den 1800 Menschen, 1941 nach Weilmünster gebracht wurden, wuden nur fünf entlassen. Bis auf sieben weitere, die in Weilmünster verblieben, wurden alle anderen in Hadmar ermordet. Insgesamt wurden 2.595 Patienten aus Weilmünster nach Hadamar verschleppt.
Nach dem Ende des Betriebes der T4-Tötungsanstalten Ende August 1941 wurden weiter Patienten aus anderen Einrichtungen nach Weilmünster gebracht. So kamen nach einer Nachtfahrt am 24. September 1941 mehr als 300 Patienten der geräumten Anstalt Strecknitz an. Ein Schlaglicht auf die katastrophalen Bedingungen in Weilmünster wirft das Schicksal der aus Rothenburg in der Provinz Hannover nach Weilmünster gebrachten Patienten. 140 Personen waren Ende Juli verlegt worden, von diesen lebten 1944 nur noch acht. Es gibt auch Hinweise darauf, dass neben dem Entzug von Nahrungsmitteln auch mittels Medikamente getötet wurde. Insbesondere im Haus F III sind Angaben von überlebenden Patienten zufolge Spritzen verabreicht worden, die zum Tod der Patienten führten. Insbesondere in der Zeit, in der Hadamar geschlossen war (Herbst 1941-Sommer 1942) kann davon ausgangen werden, dass in Weilmünster systematisch gemordet wurde 1. Gehirne von Patienten wurden an die Forschungsabteilung von Professor Carl Schneider in Heidelberg geschickt - mindestens 15 im Jahr 1942.
Von 1940 bis 1945 starben mehr als 3000 Patienten in Weilmünster.
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