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Reinhold Flecks

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Reinhold Paul Flecks (geboren am 29. November 1900 in Ebmath[1], gestorben am 21. Dezember 1976 in Horstmar-Leer[2]) war ein deutscher Finanzbeamter, NSDAP-Ortsgruppenleiter und ab 1941 stellvertretender Amtsbürgermeister in Ibbenbüren.

Reinhold Flecks besuchte 1907 zunächst die Volksschule in Schöneck, danach ab 1908 die Volksschule in Leisnig. Von 1911 bis 1918 besuchte er die dortige Realschule, anschließend die Oberrealschule in Chemnitz, wo er 1921 das Abitur bestand. Als Soldat nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Am 18. Oktober 1926 bestand er die Prüfung zum Obersteuersekretär beim Landesfinanzamt Leipzig. Von 1926 bis 1944 arbeitete er für die Reichsfinanzverwaltung. Am 1. August 1923 trat er der NSDAP bei. Sein höchster Rang in der Partei war nach eigener Aussage der des Gemeinschaftsleiters. Von August 1932 bis Mai 1933 war er Kreiskassenleiter, vom 2. Juni 1933 bis zum 26. Februar 1934 Kreis(-?)-Vorsitzender und ab dem 26. Februar 1934 Ortsgruppenleiter.[1] In Ibbenbüren war er erster Amtsbeigeordneter und in dieser Funktion vom Wehrdienst zurückgestellt.

Flecks kündigte den Kampf gegen das Judentum in Ibbenbüren an, der in Zusammenhang mit der gezielten Aktion gegen jüdische Viehhändler und Metzger stand, die im Oktober 1935 die von Rudolf Müller konstatierte vollständige Vernichtung der Existenzen jüdischer Viehhändler in Ibbenbüren zur Folge hatte.[3] Reinhold Flecks war auch Amtsbeigeordneter[4] und vertrat von 1941 bis 1942 den Amtsbürgermeister Rudolf Müller[5], der zur Wehrmacht eingezogen worden war. In den letzten Kriegsjahren arbeitete er er als Feuerwehrgehilfe und Wachmann. Vom 11. Juni 1945 bis zum 8. Januar 1948 war er in einem Internierungslager.

Im Entnazifizierungsverfahren sagte u.a. der kurzfristige Bürgermeister Ibbenbürens und NSDAP-Mitglied Franz Röttger zu Gunsten von Flecks aus.[6]

  1. 1,0 1,1 Entnazifizierungsakte zu Reinhold Flecks, s. https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3BETZ2NOUXBNEMSEXUETRTTORJ5LRTAI?isThumbnailFiltered=true&query=reinhold+flecks
  2. Todesanzeige zu Reinhold Flecks in der Ausgabe der Zeitung Westfälische Nachrichten vom 22. Dezember 1976
  3. Rita Schlautmann-Overmeyer, Marlene Klatt: Ibbenbüren in: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Münster., Veröffentlichung der Historischen Kommission für Westfalen. Münster 2008, 419ff., s. http://www.lwl.org/hiko-download/HiKo_XLV_2_(2021).pdf.
  4. Artikel Gemeinderat in Ibbenbüren aus der Zeitung Münstersche Zeitung vom 3. November 1935, s. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/5734049?query=%22reinhold%20flecks%22
  5. Josef Bröker (red.), Annette Kleinert (Red.), Brigitte Rieping-Seibold (Red.), 850 Jahre Ibbenbüren, Historischer Verein Ibbenbüren, 2. überarbeitete und erweiterte Ausgabe, 1997, S. 267-296, hier: S. 281
  6. Entnazifizierungsakte zu Reinhold Flecks; S. 21 der eingescannten Version auf https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Rheinland%2FNW-Bestaende%2FNW_1046%2F~048%2FNW_1046-04813%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=21&cHash=39ab57881aa61c692ffc33d4f8fe7028
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